Maurice Sendak – Wo die wilden Kerle wohnen

Der Kinderbuchautor Maurice Sendak ist heute im Alter von 83 Jahren verstorben. Über 100 Bücher hat er in seinem Leben geschrieben und illustriert. Ich kenne leider nur eines seiner Werke, das wohl auch das bekannteste sein dürfte.  Es handelt sich um “Wo die wilden Kerle wohnen”, das ich euch heute gerne vorstellen möchte.

“An dem Abend, als Max seinen Wolfspelz trug und nur Unfug im Kopf hatte, schalt seine Mutter ihn: “Wilder Kerl!” “Ich fress dich auf”, sagte Max, und da musste er ohne Essen ins Bett. Genau in der Nacht wuchs ein Wald in seinem Zimmer…”

Der kleine Max war frech und wird ohne Abendessen ins Bett geschickt. Von seinem Zimmer aus segelt er zur Insel der wilden Kerle und wird zu deren König ernannt. Doch auch dort ist nicht alles perfekt…

Wörter werden in diesem Buch nur sparsam eingesetzt, Maurice Sendaks Zeichnungen wirken aber auch für sich und lassen für Groß und Klein eine wunderbare Welt entstehen. Wer das Buch “Wo die wilden Kerle wohnen” noch nicht kennt, dem möchte ich es unbedingt ans Herz legen. Man kann auch als Erwachsener seine Freude daran haben, wenn man sich darauf einlassen kann, sich mit einem Bilderbuch zu beschäftigen. Und für die Kleinen ist dieses Buch natürlich auch sehr empfehlenswert. Dieser Kinderbuch-Klassiker hat sich die :sheep5: definitiv verdient!

Auch der 2009 erschienene Film hat mir sehr gut gefallen und zählt zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Der Film erweitert die Geschichte aus dem Buch sehr stimmig und ist wirklich wunderbar, schön und traurig zugleich. Meiner Meinung aber nicht unbedingt ein Kinderfilm, weil es viel auf einer Ebene zu entdecken gibt, die Kindern noch nicht zugänglich sein dürfte.

Ein Zitat aus dem Film, das ich leider nur auf Englisch gefunden habe, möchte ich noch mit euch teilen: “I have a sadness shield that keeps out all the sadness, and it’s big enough for all of us. “

Kennt ihr das Buch und/oder den Film? Mochtet ihr es? Kennt ihr noch andere Werke von Maurice Sendak? Könnt ihr sie empfehlen?

Der April in Büchern

Im April habe ich leider nicht so viel gelesen, aber dank einem Harry-Potter-Re-Read habe ich es immerhin auf 6 Bücher gebracht.

Ernest Hemingway – A Moveable Feast :sheep5:
Einfach toll, wie Hemingway hier in kurzen Episoden von seinem Leben als Schriftsteller und seiner Zeit in Paris erzählt. Jetzt möchte ich unbedingt nach Paris und alle Bücher von Hemingway lesen!

Gail Carriger – Timeless :sheep4:
Der Abschluss der Parasol-Protectorate-Reihe hat mir gut gefallen, allerdings war dies nicht der stärkste Band der Reihe.

Michaela Karl – Wir brechen die zehn Gebote und uns den Hals :sheep4:
Eine interessante Biografie über das Traumpaar der 20er Jahre: Scott und Zelda Fitzgerald

Jane Austen – Emma :sheep3:
Mit Emma habe ich mich eine ganze Zeit gequält, ich bin nicht so richtig warm geworden mit den Figuren und der Geschichte. Zwischendurch hatte ich sogar schon eine schlechtere Bewertung angedacht. Für mich Jane Austens schwächstes Werk.

J.K. Rowling  – Harry Potter and the Philosopher’s Stone :sheep5:
Es hat sehr viel Spaß gemacht, noch einmal Harrys Welt von Anfang an zu entdecken und Hogwarts nochmal neu kennenzulernen. Die anderen Bände werde ich bestimmt auch nochmal lesen.

Rachel Joyce – Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry :sheep4:
Ein sehr berührendes Buch über einen Rentner, der sich auf den Weg quer durch England macht, um sich von einer ehemaligen Freundin zu verabschieden.

Insgesamt war der April ein guter Lesemonat, es gab keine richtigen Enttäuschungen und dank Harry Potter und Ernest Hemingway auch zwei echte Highlights.

Pham Thi Hoai – Sonntagsmenü

Verlag: Unionsverlag
Erschienen: 1995
Originaltitel: Man Nuong
Übersetzung: Dietmar Erdmann
Seiten: 208

Es fällt mir sehr schwer, über dieses Buch etwas zu schreiben, deshalb schiebe ich das auch schon seit über einem Monat vor mir her. Bevor ich jetzt aber komplett alles vergesse, muss ich mich doch einmal aufraffen.

Gekauft habe ich das Buch für meine literarische Weltreise. Vietnam war noch ein weißer Fleck auf der Landkarte und so habe ich mich sehr gefreut, als mir “Sonntagsmenü” auf einem Flohmarkt in die Hände fiel. Beim Lesen war diese Freude dann spätestens nach der ersten Kurzgeschichte weg.

Kurzgeschichten sind immer schwierig zu bewerten, da die Qualität oft stark schwankt. War man von der einen Geschichte noch begeistert, kann die nächste schon unterirdisch schlecht sein. Bei “Sonntagsmenü” war ich am Anfang noch gewillt, mich auf die fremde Kultur einzulassen, kleinere Mängel zu übersehen und es einfach als Experiment aufzufassen. Je weiter ich kam, desto weniger konnte ich mit diesem Buch allerdings anfangen.

Die einzelnen Geschichten waren für mich schwer greifbar. Ich war mir nie sicher, ob man Dinge nun wörtlich nehmen soll, ob manches, das für mich seltsam klang, in Vietnam wirklich normal ist, oder ob die Autorin damit etwas ganz anderes sagen will. Ich habe mich gefühlt, als würde ich durch eine Milchglasscheibe auf das echte Vietnam blicken, könnte die Wahrheit hinter dem Fenster nur verschwommen erkennen. Das war sehr frustrierend.

Gegen Ende ging es dann wieder aufwärts (das Ende war nah, die Motivation das Buch zu beenden wurde größer), die längste Geschichte über einen Meister und seinen Schüler, die durch die Gegend reisen, war ganz lesenswert und hat den Gesamteindruck nochmal etwas nach oben korrigiert.

Insgesamt reicht es nur für :sheep2: , weil ich einfach keinen Zugang zu den meisten Kurzgeschichten in diesem Buch gefunden habe.

Gewinner und ein Award

Vielen Dank an alle, die an meinem kleinen Gewinnspiel zum Welttag des Buches teilgenommen haben. Insgesamt musste ich acht kleine Lose basteln. Und drei davon habe ich (aus Ermangelung einer Glücksfee) gezogen.

Ich hoffe man kann erkennen, was auf den Papierschnipseln steht, ich habe sie nur schnell mit dem Handy fotografiert. Je einmal “Die Vermessung der Welt” von Daniel Kehlmann haben Ami Li Misaki, Katha und Lisa gewonnen. Ich melde mich bei euch per Mail und frage nach euren Adressen. Viel Spaß mit dem Buch!

Außerdem ist mir noch ein Award verliehen worden. Marimirl und Nadine haben mir beide den “My Beautiful Lipstick Award” weitergereicht.

Ich freue mich natürlich, dass ihr dabei an mich gedacht habt. Allgemein bin ich aber kein großer Fan von diesen Awards, da sie meistens jeder an jeden weiterreicht und sie keine wirkliche Auszeichnung darstellen. Die Regeln, die damit verbunden sind, möchte ich deshalb auch nur teilweise befolgen. Ich werde den Award selbst nicht weitergeben, aber für alle Neugierigen 7 Dinge über mich erzählen.

  1. Ich mag Schafe (große Überraschung allerseits?) und habe eine Schaf-Bettwäsche, einen Schaf-Schlafanzug, Schaf-Socken, Schaf-Kerzen und noch viel mehr Stoff-Schafe.
  2. Ich bin großer Fußballfan und freue mich schon sehr auf die EM.
  3. Ich habe keinen Reisepass, weil ich noch nie außerhalb von Europa war. Das wird sich allerdings dieses Jahr noch ändern.
  4. Ich mag meine Arbeit und finde Physik auch wirklich spannend, aber manchmal wünsche ich mir, ich hätte auch beruflich irgendwas mit Büchern zu tun.
  5. Ich freue mich sehr, dass der Frühling endlich da ist und man wieder auf dem Balkon lesen, in Biergärten gehen und einfach Zeit draußen verbringen kann.
  6. Die Lautstärke von meinem Autoradio darf nur auf gerade Zahlen eingestellt werden, bei ungeraden Zahlen fühle ich mich irgendwie unwohl.
  7. Meinen Niels (das Schaf auf meinem Avatar) habe ich von meinen Freundinnen zum 19. Geburtstag bekommen. Und da ich an dem Tag Physik-Abi geschrieben habe, wurde er nach einem Physiker benannt.

Ich wünsche euch ein sonniges Wochenende und hoffe, ihr habt viel Zeit zum Lesen!

 

Kukrit Pramoj – Many Lives

Verlag: Silkworm Books
Veröffentlicht: 1954
Originaltitel: Lai Chiwit
Übersetzung: Meredith Borthwick
Seiten: 240

Many Lives , viele Leben, die alle zur gleichen Zeit bei einem Schiffsunglück enden, hat Kukrit Pramoj in diesem Buch beschrieben. Die Frage, ob es Karma war, dass die Personen genau zu diesem Zeitpunkt sterben mussten, zieht sich durch jeden einzelnen Lebensweg. Sei es der Mönch, der Schriftsteller oder die Prostituierte, jeden dürfen wir von Beginn an durch sein Leben begleiten, durch Kindheit und Jugendzeit bis ins Erwachsenenalter. In den meisten Fällen kann man sehr gut verfolgen und nachvollziehen, durch welche äußeren Einflüsse die Person in die Situation gekommen ist und aus welchem Grund sie die verhängnisvolle Schiffsreise antritt. Glücklich sind die wenigsten dieser vielen Leben, die man als Leser hier präsentiert bekommt.

Da ich eigentlich nicht an Karma oder Schicksal glaube, habe ich die einzelnen Geschichten eher wie Märchen gelesen. Denn genau wie in einem Märchen wird der Böse am Ende bestraft und der Gute wird durch den Tod vor einem schlimmeren Schicksal erlöst. Für mich ein Konzept, das nicht in die Realität passt und auch nicht unbedingt meinen Erfahrungen entspricht. In einem Buch kann ich so etwas zwar akzeptieren, aber nicht als Wahrheit ernst nehmen.

Die einzelnen Geschichten sind durchaus nett und unterhaltsam zu lesen. Die Idee dahinter finde ich genial und so hatte ich auch mit dem Buch ein paar schöne  Stunden. Am Ende wurde es etwas eintönig, da sich manche Motive wiederholten und das Schema der einzelnen Geschichten dann schon klar war. Aber insgesamt habe ich das Buch gern gelesen. :sheep4:

Gelesen habe ich dieses Buch für die Station Thailand meiner literarischen Weltreise. Ob die Geschichten jetzt typisch für Thailand waren, kann ich eigentlich gar nicht sagen. Sie fühlten sich beim Lesen einfach fremd an, was aber auch durch das Konzept von Karma kommen könnte. Habt ihr schon thailändische Literatur gelesen? Könnt ihr etwas empfehlen?

Einen schönen Welttag des Buches!

Falls ihr es noch nicht wusstet: Heute ist Welttag des Buches! Also schnappt euch ein gutes Buch und verbringt den Abend mal nicht vor dem Fernseher!

Dank der tollen Lesefreunde-Aktion konnte ich heute schon einigen Menschen eine Freude machen. Ich hatte 30 Exemplare von Daniel Kehlmanns “Die Vermessung der Welt” zum Verschenken bekommen und gut die Hälfte ist auch schon weg.

Die Reaktionen auf das Buchgeschenk waren durchweg positiv, jeder hat sich gefreut. Auch Menschen, von denen ich dachte, dass sie wenig bis gar nicht lesen, haben das Buch gerne angenommen.

Meine ursprüngliche Idee, fremde Menschen auf der Straße anzusprechen und ihnen ein Buch zu schenken, habe ich dank eines negativen Erfahrungsberichtes dann verworfen, aber auch so sind mir genügend Leute eingefallen, die ich mit einem Buch beglücken könnte. Bisher gingen Exemplare an Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen, einige sind noch für Familienmitglieder und Bekannte reserviert, die ich nicht so oft sehe.

Aber ich würde gerne auch noch ein paar Exemplare an meine Leser vergeben. 3 Stück sind noch zu haben und die werden verlost unter allen, die bis Donnerstag (26.04.2012, 23:59 Uhr) hier einen Kommentar hinterlassen. Ich melde mich dann bei den Gewinnern per Mail und frage nach der Adresse.

Habt ihr denn auch bei der Aktion mitgemacht und wie waren die Reaktionen der Beschenkten so?

Einen schönen Abend und noch frohe Lesestunden!

A Weekend in Veggiestan

Hier habe ich Veggiestan schon rezensiert und jetzt folgt auch der Erfahrungsbericht. Zusammen mit meinem Freund habe ich letztes Wochenende verschiedene Rezepte aus diesem tollen Kochbuch ausprobiert. Jetzt will ich euch das Ergebnis zeigen.

Das Wochenende fing in diesem Fall schon am Donnerstag an. Ich koche meistens abends vor, damit ich nicht auf das Kantinenessen angewiesen bin, wenn ich mit meinen Kollegen mittagesse. Weil ich ein großer Auberginen-Fan bin und den Namen so witzig fand, habe ich mich für “Der Imam fiel in Ohnmacht” entschieden. Dabei handelt es sich um Auberginen, die mit Tomatensoße gefüllt werden. Angeblich soll man sie kalt oder bei Raumtemperatur essen, ich habe mich dann aber doch für die warme Variante entschieden. Aus Zeitgründen gab es dazu gekauftes Fladenbrot, obwohl auch sehr viele verschiedene Brotrezepte im Buch zu finden sind.

In Ohnmacht gefallen bin ich zwar nicht, weder weil das Gericht so überragend gut war, noch weil eine so große Menge Öl verwendet wurde (ich habe radikal reduziert). Gut geschmeckt hat es trotzdem.

Am Samstag durfte es dann etwas aufwändiger werden, wir entschieden uns für selbstgemachtes Fladenbrot und Halloumi-Türme mit gegrilltem Gemüse. So war auch Arbeitsteilung möglich, ich habe mich um die Vorbereitungen gekümmert, während Mr. Literaturschaf auf dem Balkon mit unserem Einweg-Grill beschäftigt war. Da wir unser Brot nicht mit Ei bestreichen wollten, hielten die Sesam-Körner nicht so gut, aber trotzdem waren wir von der einfachen Zubereitung und dem Resultat überzeugt. So schnell kommt uns wohl kein gekauftes Fladenbrot mehr ins Haus!

Im Hintergrund kann man auch schon das Dressing sehen, bei dem ich zuerst sehr skeptisch war. Essig, Öl, viel Knoblauch und Minze, und das soll schmecken? Wir fanden es dann aber richtig toll und es passte auch sehr gut zu unseren Gemüse-Halloumi-Türmchen.

Am Sonntag stand dann ein afghanisches Gericht mit dem Namen “Qorma-e-Zardak” auf dem Speiseplan. Es handelt sich dabei um einen Karotteneintopf, für den man eigentlich “nakhod daul” benötigt, also geschälte und halbierte Kichererbsen. Diese waren leider nirgends aufzutreiben, weshalb ich ganz normale Kichererbsen verwendet habe. Zu diesem Gericht gab es Joghurt und Reis.

Ganz mutig habe ich noch ein bisschen frischen Koriander auf das Essen gestreut. Davon bin ich zwar nach wie vor kein Fan, aber man gewöhnt sich mit der Zeit an den Geschmack. Die angegebene Menge wurden bei uns mindestens 4 Portionen, so war zumindest auch der Montag schon mal gerettet.

Insgesamt hat uns das Ausprobieren viel Spaß gemacht und die Gerichte sind gut gelungen und haben wirklich sehr gut geschmeckt! Bestimmt gibt es bald weitere Veggiestan-Experimente!

 

Sally Butcher – Veggiestan: Der Zauber der orientalischen Gemüseküche

Verlag: Christian
Erschienen: März 2012
Seiten: 271

Ein Kochbuch über die orientalische Küche und dann auch noch vegetarisch, das ist genau das richtige für mich! Schon von außen ist “Veggiestan” ein echter Schatz. Das Buch ist wunderschön gestaltet, die schwarzen Kästchen auf dem Cover fühlen sich samtig an, so dass es ein Erlebnis für (fast) alle Sinne ist, wenn man das gute Stück in der Hand hält. Um auch Geschmacks- und Geruchssinn anzusprechen, muss man sich natürlich noch etwas anstrengen, aber das ist dank der guten Rezepten kein Problem.

Die Rezepte sind in verschiedene Kategorien wie “Brot und Teigwaren”, “Kräuter und Salate”, “Hülsenfrüchte” etc. unterteilt, wobei jedem Kapitel eine kurze Einführung vorangeht. Zusätzlich gibt es zwischen den Rezepten kurze Infos wie Zubereitungstipps oder Hintergrundinformationen zu Zutaten. Zu den meisten Rezepten gibt es Bilder, die sehr schön anzuschauen sind und einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Jedes Rezept beginnt mit einem Absatz über die Herkunft des Gerichts und sonstige wissenswerte Fakten. Dann folgt eine Liste der Zutaten, die in den meisten Fällen auch in deutschen Supermärkten leicht zu beschaffen sein sollten. Ich habe zwar glücklicherweise einen türkischen Supermarkt in der Nachbarschaft, doch wenn man nicht gerade auf einen ländlichen Tante-Emma-Laden angewiesen ist, sollten es keine Probleme geben. Danach folgt eine Beschreibung der Zubereitung, die zwar eher knapp ausfällt, aber ausreichend ist, um die Schritte nachvollziehen und nachmachen zu können.

Am Wochenende habe ich einige Rezepte ausprobiert und alle Gerichte sind sehr gut gelungen und haben gut geschmeckt. Minze im Dressing oder die Verwendung von Koriander waren zwar erst mal eine kleine Überwindung, es hat sich aber definitiv gelohnt, einen Schritt abseits der gewohnten Essens-Pfade zu tun und ein paar neue Dinge auszuprobieren. Ich war schon vorher ein Fan der orientalischen Küche und habe jetzt endlich auch ein sehr umfangreiches Kochbuch, mit dessen Hilfe ich viele tolle Gerichte selbst zubereiten kann!

Zwei kleine Kritikpunkte habe ich trotzdem: Das Buch bleibt erst nach einiger Gewaltanwendung auf der aufgeschlagenen Seite offen liegen, was natürlich für ein Kochbuch unpraktisch ist. Das Lesebändchen hilft ein bisschen und die häufige Verwendung wird ihr übriges tun. Außerdem sind viele Gerichte keine eigenständigen Hauptmahlzeiten sondern eher als Teile eines Buffets oder einer Vorspeisen-Platte gedacht. Da dies aber typisch für die orientalische Küche ist, kann man es nicht als Kritikpunkt an diesem sehr gelungenen Kochbuch werten.

Ich bin begeistert und werde in diesem schönen Buch sicherlich noch oft schmökern und das ein oder andere Rezept nachkochen! :sheep5:

Wer gerne wissen möchte, welche Gerichte ich nachgekocht habe und auch noch ein paar Essensfotos sehen möchte, sollte unbedingt in den nächsten Tagen wieder vorbeischauen! Dann gibt es meinen exklusiven Erfahrungsbericht.

Pottermore oder Ich bin dann mal weg!

Seit Pottermore, J.K. Rowlings Harry-Potter-Seite, am Samstag endlich ihre Tore öffnete, ist er wieder da – der Harry-Potter-Wahn. Ich kann mich noch genau erinnern, wie das war, als ich angefangen habe, die Bücher zu lesen. Ich war 16, hatte noch kaum Bücher auf Englisch gelesen und wusste nicht einmal genau, um was es in Harry Potter überhaupt geht. Ich hatte nur gehört, dass die Bücher gut sein sollen. Also habe ich mir die bisher erschienen Teile einfach mal zu Weihnachten gewünscht Und dann Band 1-4 immer und immer wieder gelesen habe. Die große Vorfreude auf die nächsten Bücher und Filme. Und dann war sie auf einmal da – die große Leere. Nie wieder ein neues Harry-Potter-Buch, nie wieder ein neuer Film. Wie soll man das nur aushalten?

Irgendein kluger Kopf hat sich dann wohl Pottermore ausgedacht. So kann man den Hype immer wieder neu anstacheln und nebenbei ziemlich klug die E-Books vermarkten, die es bisher nicht offiziell zu kaufen gab. Wie ich mir schon dachte ist die Seite ein kleines bisschen überflüssig. Man kann sich durch die Kapitel des Buches klicken (bisher gibt es auch nur das erste Buch “Harry Potter und der Stein der Weisen”, die anderen sollen irgendwann freigeschaltet werden), hier und da mit den liebevoll gestalteten Bildern interagieren, sich einen Zauberstab kaufen, Geld und Gegenstände sammeln und die Geschichte nochmal neu erleben. Interessant sind die Zusatzinfos, die J.K. Rowling über ihre Figuren und so manche Details ausplaudert ja schon, trotzdem hat man sich in maximal einer Stunde durch das Buch geklickt und die Texte gelesen. Danach bleibt nicht mehr viel zu tun auf der Seite… Oder?

Schon vor vielen Jahren war ich in Online-Harry-Potter-Clubs, wo man in die vier Häuser eingeteilt wurde und durch verschiedene Spiele und Aufgaben Punkte sammeln konnte. Genau das gibt es bei Pottermore auch, allerdings sehr viel weniger interessant, als ich das vom Anfang der Potter-Ära von inoffiziellen Fan-Seiten kenne. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, Punkte zu sammeln: Man kann Duelle gegen andere Mitglieder spielen und muss zur richtigen Zeit die richtige Taste drücken, um zu siegen. Der zweite Weg sind Zaubertränke, die allerdings sehr schwierig zu brauen sind und auch sehr viel Zeit brauchen. Nach spätestens einem Tag ist das langweilig, vor allem, wenn man – wie ich – in das Haus mit den wenigsten Punkten gesteckt wurde und es kaum noch eine Möglichkeit gibt, den Rückstand von mehreren Millionen Punkten einzuholen (ein gewonnenes Duell gibt 5 Punkte).

Das große ABER: Pottermore hat bei mir genau das erreicht, was wohl das Ziel dahinter war. Ich will die Bücher nochmal lesen, wieder eintauchen in das Potter-Universum, Ron und Hermine nochmal neu kennenlernen, mit Harry zusammen diese magische Welt erkunden und das Böse bekämpfen. Wenn ihr demnächst nichts mehr von mir hört, lese ich also in Endlosschleife Harry Potter 1-7 und duelliere mich nebenbei auf Pottermore mit anderen Verrückten!

Siri Hustvedt – The Sorrows of an American

Verlag: Sceptre
Erschienen: 2008
Deutscher Titel: Die Leiden eines Amerikaners
Deutscher Verlag: Rowohlt
Seiten: 306

Ich bin ein großer Fan von Siri Hustvedts Romanen, “Was ich liebte” zählt zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Und doch fällt es mir immer wieder schwer, etwas über ihre Werke zu schreiben und meine Meinung in Worte zu fassen. Wer “Was ich liebte” mag, kann “Die Leiden eines Amerikaners” jedenfalls auch guten Gewissens lesen. Denn das Buch ist irgendwie genau so und auch irgendwie ganz anders.

Auch hier befinden wir uns in der New Yorker Künstlerszene. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Psychologe Erik, dessen Vater kürzlich verstorben ist. Beim Aussortieren seiner persönlichen Dokumente findet Erik eine geheimnisvolle Notiz, die mit der Jugend des Vaters in Verbindung zu stehen scheint. Erik liest die Tagebücher seines Vaters und forscht nach der ihm unbekannten Frau, mit der sein Vater ein Geheimnis hatte, das er bis zu seinem Tod bewahrte. Erst im Nachwort erfährt der Leser dann, dass Siri Hustvedt die Tagebucheinträge des verstorbenen Vaters, in denen er von seiner Jugend und von Kriegszeiten erzählt, fast unverändert aus den Tagebüchern ihres eigenen Vaters übernommen hat.

Zusätzlich zu dieser Reise in die Vergangenheit begleiten wir Erik auch in seiner Gegenwart, in der er sich liebevoll um seine Schwester, die nicht nur den Vater, sondern auch ihren Ehemann vor kurzem verloren hat, und seine Nichte kümmert, sich in seine Untermieterin verliebt und einige schwierige Patienten betreut. Witzig fand ich, dass Siri Hustvedt eine der Hauptpersonen aus “Was ich liebte”, Leo Hertzberg, in diesem Buch kurz bei einer Dinnerparty auftreten lässt.

Nach der Lektüre dieser knapp über 300 Seiten fühlte ich mich, als hätte ich ein 1000-seitiges Mammutwerk gelesen. Und ich habe auch ungewöhnlich lang an diesem doch recht dünnen Buch gelesen. Das liegt vermutlich daran, dass Siri Hustvedt unglaublich dicht schreibt und auch viele Themen und Personen in ihre Bücher packt. Das mag für den unkonzentrierten Leser ein großer Nachteil sein, doch ich finde es immer wieder faszinierend, wie komplex ihre Geschichten aufgebaut sind. Man bekommt nicht nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben einer Person beschrieben, sondern lernt die gesamte Welt der Hauptpersonen kennen.

Den auftretenden Personen entsprechend wird viel über Literatur, Philosophie und Psychologie gesprochen und nachgedacht. Diese Gedanken sind durchaus melancholisch bis traurig, da in diesem Roman niemand wirklich glücklich ist. Unerfüllte Liebe, Trauer und Einsamkeit sind an der Tagesordnung, trotzdem ist es kein deprimierendes Buch, das die Stimmung des Lesers ins negative zieht. Eriks innere Monologe sind auch hin und wieder ganz unterhaltsam und erheiternd zu lesen.

Das Ende ist anders, als ich erwartet hatte, ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass Siri Hustvedt hier mit den Erwartungen des Lesers spielt und absichtlich enttäuscht. Ich bin auf jeden Fall begeistert von diesem Buch und freue mich, dass ich noch einige Werke Siri Hustvedts vor mir habe! :sheep5: