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Nataša Dragnić – Immer wieder das Meer

Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Erschienen: April 2013
Seiten: 368

Nataša Dragnićs Debütroman “Jeden Tag, jede Stunde” war eines meiner Highlights 2011 und ist mir bis heute in guter Erinnerung geblieben. Die Autorin hat mich davon überzeugt, dass nicht jeder Liebesroman kitschig sein muss und trotz aller Vorurteile literarischen Anspruch haben kann. Entsprechend hohe Erwartungen hatte ich an ihren zweiten Roman “Immer wieder das Meer”, der vor wenigen Tagen erschienen ist.

Drei Schwestern – ein Mann, so kann man die Handlung kurz zusammenfassen. Roberta, Lucia und Nannina verlieben sich nacheinander in den Dichter Alessandro Lang, doch nur eine wird ihn am Ende heiraten. Eifersucht und Streitigkeiten innerhalb der Familie sind vorprogrammiert.

In drei Erzählsträngen und Zeitebenen begleitet der Leser die Geschichte der Familie Alessi. Zum einen gibt es den geradlinig erzählten Handlungsstrang rund um die drei Schwestern, der in den 80er Jahren beginnt und sie bis in die heutige Zeit begleitet. In kurzen Einschüben lässt eine Ich-Erzählerin an ihrer Hochzeit mit dem begehrten Alessandro teilhaben. Andere eher kurz gehaltene Kapitel drehen sich hauptsächlich um die Eltern, das Älterwerden und Abschiednehmen. Dabei ist es etwas schwer, die zeitlichen Zusammenhänge im Auge zu behalten, da diese Ereignisse in der Haupthandlung erst viel später passieren.

So sehr mich “Jeden Tag, jede Stunde” mitgenommen hat auf eine emotionale Achterbahnfahrt, ließ mich “Immer wieder das Meer” völlig kalt. Die großen Gefühle, vor allem der Charme des allseits begehrten Alessandro, kamen nicht bei mir an. So war es mir am Ende auch egal, welche der drei Schwestern ihn heiraten würde (zumal ich mit meiner Vermutung, die ich seit dem ersten Kapitel hatte, richtig lag).

Vermutlich bin ich mit zu hohen Erwartungen an das Buch herangegangen, die einfach nicht erfüllt werden konnten. Wer leichte Sommer-Sonne-Strand-Lektüre mit ein bisschen Familiendrama sucht und sich von den Zeitsprüngen nicht abschrecken lässt, wird vermutlich seinen Spaß haben. Ich fand das Buch leider nur mittelmäßig. :sheep3:

Sophie Kinsella – Mini Shopaholic

Verlag: Random House
Erschienen: 2010
Seiten: 458

Im Vorgänger-Band war Becky schwanger und nun ist es da, das Shopaholic-Baby. Die kleine Minnie kommt ganz nach ihrer Mama und entwickelt schnell einen Blick für die tollsten Schnäppchen. Jetzt reizt Becky also nicht nur für sich selbst ihr Kreditkartenlimit bis zum Maximum aus, auch für die Zweijährige müssen Designer-Klamotten und die tollsten Spielsachen her. Doch in Zeiten der Wirtschaftskrise sitzt das Geld nicht mehr so locker, auch Beckys Kunden, die sie als persönliche Shopperin berät müssen zurückstecken. Zusätzlich hat die junge Familie noch immer kein geeignetes Haus gefunden und wohnt nach wie vor bei Beckys Eltern. Wie gewohnt meistert Becky charmant alle Schwierigkeiten und lässt dabei kein Fettnäpfchen aus.

Was soll man über das sechste Buch einer Reihe noch sagen? Wie auch schon die Vorgänger habe ich Beckys neueste Abenteuer gerne gelesen. Sophie Kinsella beschreibt das aufregende Leben der Shopping-Süchtigen und ihrer Familie und Freunde gewohnt unterhaltsam. Beckys Tochter Minnie empfand ich allerdings eher als störenden Faktor und nicht als Bereicherung für das Buch. Sie ist ein quengelndes Kind, das an der Kasse ausflippt, wenn es nicht bekommt, was es will und auch sonst die gesamte Familie terrorisiert – ein Kind, wie man es selbst nicht haben will.

Es ist zwar mit jedem neuen Roman eine Freude, Becky wieder für einige Zeit begleiten zu können, allerdings kennt man sie nach insgesamt 6 Büchern fast ein bisschen zu gut. Ihre Verhaltensmuster sind durchschaubar, man weiß meistens schon vorher, in welche peinliche Situation sie sich jetzt wieder bringt und kann sich auch denken, wie sie sich daraus zu retten hofft. Viel Neues gibt es also nicht zu entdecken, aber für ein paar unterhaltsame Stunden mit “alten Bekannten” ist das Buch schon gut. Eine Fortsetzung würde ich natürlich wieder lesen, auch wenn die ersten Teile der Reihe wesentlich besser waren. :sheep3:

E.L. James – Fifty Shades of Grey

Verlag: Random House
Erschienen: 2011
Deutscher Titel: Shades of Grey – Geheimes Verlangen
Seiten: 514

Spätestens seit der erste Band der “Shades of Grey”-Reihe auch in Deutschland erschienen ist, wird überall über dieses Buch gesprochen. Man hat das Gefühl, jeder hat es gelesen und jeder hat eine extreme Meinung dazu. Von den einen wird es geliebt, von den anderen verteufelt. Was also ist dran an diesem Buch, das sich besser verkauft als Harry Potter?

Alles beginng ganz harmlos, Anastasia Steele hat gerade ihr Studium beendet und ist in Liebesdingen noch recht unerfahren, als sie den reichen Geschäftsmann Christian Grey kennenlernt. Sie kann kaum glauben, dass sich dieser Mann wirklich für sie interessiert. Doch bald wird klar, dass er sich eine Beziehung etwas anders vorstellt, als sie. Christian unterbreitet Ana einen Vertrag, der nicht nur ihre Kleidung und ihre Mahlzeiten regelt, sondern auch die sexuelle Beziehung zwischen den beiden. Der sicherlich meistzitierte Satz aus diesem Buch macht alles klar:

I don’t make love. I fuck… hard.

Christian ist nicht an Blümchensex interessiert, sondern möchte mit Ana seine BDSM-Vorliebe ausleben. Für sie ist das alles Neuland, sie wünscht sich eine normale Beziehung und ist von Christians Angebot gleichzeitig fasziniert und auch abgestoßen. Wie die Beziehung zwischen den beiden sich entwickelt, muss nun aber jeder selbst nachlesen.

Da die Trilogie aus einer Twilight-Fanfiction entstanden ist, liegt es nahe, das Buch auch damit zu vergleichen. Und eigentlich ist Fifty Shades of Grey genau wie Twilight, nur ohne Vampire und dafür mit viel Sex. Ana erinnert stark an die ungeschickte und etwas orientierungslos durchs Leben stolpernde Bella, hat aber glücklicherweise doch etwas mehr Charakter als diese und wirkt selbstbestimmter. Christian und Edward kann ich – auch dank der Verfilmung mit Robert Pattinson – beim besten Willen nicht unter einen Hut bringen und auch hier ist mir die neue – nicht glitzernde – Version viel lieber.

Es gibt für mich persönlich aber noch einen Zusammenhang zu Twilight. Beide Bücher haben einen unglaublichen Sog auf mich ausgewirkt. Ich erinnere mich noch gut daran, als ich Twilight gelesen habe und das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte, weil ich unbedingt wissen musste, wie es mit Bella und Edward weitergeht. Ähnlich war es jetzt auch mit “Fifty Shades of Grey”. Ich habe in den letzten Monaten eher wenig gelesen und doch hatte ich dieses Buch innerhalb weniger Tage durch. Woher diese Faszination kommt, kann ich nicht einmal an etwas bestimmtem festmachen, denn das Buch ist weder besonders gut geschrieben, noch ist die Geschichte in irgendeiner Form neu. Und doch hat es mich gefesselt und nicht mehr losgelassen.

Kritik an der Reihe gibt es natürlich in vielfältiger Art und Weise an allen Ecken zu lesen. Wenn man das Nicht-Gefallen an Dingen wie dem schlechten Stil, den platten Charakteren und der wenig einfallsreichen Story festmacht, kann ich das noch nachvollziehen. Das Buch ist keine schriftstellerische Meisterleistung und bei manchen Wiederholungen würde man es am liebsten laut schreiend in die Ecke werfen. Aber genau deshalb lässt es sich auch so schnell und flüssig lesen, oder besser gesagt: verschlingen.

Wenn die Feministinnen aufschreien, dass die Autorin ein altmodisches Frauenbild vertritt, Ana sich ihrem Christian unterwirft und ihm das Heimchen am Herd spielt, ihr eigenes Leben für einen Mann aufopfert, muss ich allerdings widersprechen. Ana ist sehr viel selbstständiger, als eine Bella es jemals war, sie führt ihr eigenes Leben, will in vielen Dingen unabhängig bleiben und bleibt sich, trotz vieler neuer Eindrücke und einer ganz neuen Welt, die sich ihr eröffnet, treu. Die Unterwerfung ist rein sexueller Natur, ist ihre eigene Entscheidung und hat kein bisschen mit kompletter Abhängigkeit von einem Mann zu tun.

Die Sex-Szenen kann ich schlecht beurteilen, da ich “solche” Bücher sonst nicht lese. Ich fand sie ganz ok und zum Glück auch nicht sehr ordinär. Manches wird eher umschrieben, als in aller Deutlichkeit gesagt. Ob die Autorin ihr Wissen über BDSM nun aus dem Internet hat, oder aus eigenen Erfahrungen schöpft, sei dahingestellt. Ich hatte zu Beginn Bedenken, dass ich diese Szenen abstoßend finden würde, doch eigentlich sind sie eher harmlos. Auch wenn ich mir persönlich nicht den Hintern versohlen lassen möchte, geht es in diesem Buch nicht so hart zur Sache, wie ich befürchtet hatte.

Es handelt sich bei “Fifty Shades of Grey” sicher nicht um ein literarisches Meisterwerk. Ich bin mir der Schwächen des Buches bewusst und verstehe auch nicht unbedingt, warum es sich so gut verkauft, aber ich habe es ganz gerne gelesen. Und nach dem Ende des ersten Bandes bin ich auch ganz froh, dass ich gleich alle drei Teile gekauft habe und demnächst weiterlesen kann. :sheep4:

Und ihr so? Habt ihr das Buch gelesen oder interessiert es euch nicht?

Sophie Kinsella – Can you keep a Secret?

Verlag: Black Swan
Erschienen: 2003
Deutscher Titel: Sag’s nicht weiter, Liebling
Deutscher Verlag: Goldmann Verlag
Seiten: 363

Emma ist mit ihrem Leben nicht ganz zufrieden. Sie hat zwar einen lieben Freund und eine tolle Mitbewohnerin, doch beruflich könnte es besser laufen und ein wenig mehr Anerkennung von ihrer Familie wäre auch schön. Zu allem Überfluss sitzt sie auch noch in einem Flugzeug, das abzustürzen droht. In voller Überzeugung, dass ihre letzte Stunde geschlagen hat, erzählt sie ihrem Sitznachbarn all ihre Geheimnisse. Die Überraschung ist groß, als das Flugzeug ohne größere Probleme landet und sie diesen Fremden kurz darauf wieder trifft. Er ist der Chef ihrer Firma!

Gewohnt locker und leicht beschreibt Sophie Kinsella die Welt ihrer Heldin. Sie legt ihr zwar den ein oder anderen Stolperstein in den Weg, lässt sie aber auch alle Schwierigkeiten charmant und liebenswert meistern. Und auch wenn man sich schon bald denken kann, auf was es am Ende hinauslaufen wird, kann man Emma trotzdem mit viel Spaß auf ihrem Weg begleiten. Das ein oder andere Mal musste ich beim lesen sogar laut lachen, was mir sonst eher selten passiert.

Am Anfang fühlte ich mich allerdings stark an die Shopaholic-Reihe erinnert. Emma hat gewisse Züge von Becky, obwohl sie nicht ihr Konto überzieht und stattdessen lieber in andere peinliche Situationen gerät. Auch Emmas Wohnsituation in einer WG mit ihrer besten Freundin erinnert an Becky und Suze. In Emmas Fall musste ich mich aber zum Glück nicht so oft fremdschämen wie bei Becky. Auch allgemein fand ich sie sympathischer und ich konnte mich auch mehr mit ihr und ihren Problemen identifizieren. Geldprobleme dank übertriebenen Shoppingtouren sind mir eher fremd, Emmas alltäglichere Schwierigkeiten fand ich nachvollziehbarer.Trotzdem kann man gewisse charakterliche Ähnlichkeiten zwischen Emma und Becky nicht abstreiten.

Der Roman dreht sich um die Frage, wie wichtig Ehrlichkeit in einer Beziehung ist und ob der andere alles über einen wissen muss. Ich finde das ein sehr wichtiges Thema, mit dem ich mich dank der Lektüre auseinandergesetzt habe. Denn was hat man davon, wenn der Partner jahrelang glaubt, man würde gerne Jazz hören, wenn man dieser Musikrichtung in Wahrheit gar nichts abgewinnen kann. Andererseits kann es auch hilfreich sein, kleine Geheimnisse zu haben und dem Partner nicht jede Wahrheit auf die Nase zu binden. Da muss wohl jeder seine eigene Lösung finden.

Hier wurde die Thematik auf jeden Fall mit einer witzigen Hauptfigur sehr charmant umgesetzt. Wer gerne einen Roman von Sophie Kinsella lesen möchte, sich aber nicht übermäßig für Shoppen interessiert, kann hier getrost zugreifen. Ich wurde von Sophie Kinsellas Büchern noch nie enttäuscht und ziehe gerne eines aus dem Regal, wenn ich in Chick-Lit-Stimmung bin. :sheep4:

Anette Göttlicher – Mensch, Paul!

Verlag: Ullstein Taschenbuch
Erschienen: Juni 2011
Seiten: 320

Paul und Marie – Klappe, die Fünfte: Eigentlich spielt Paul in Maries Leben gar keine Rolle mehr. Sie ist mit Jan zusammen, hat eine Tochter und scheint endlich erwachsen geworden zu sein. Doch als Paul mit seiner Freundin und deren Sohn ins Nachbarhaus einzieht, gerät alles wieder außer Kontrolle.

Langsam kennt man das Schema, nachdem Anette Göttlichers Bücher ablaufen, Marie ist glücklich, Marie ist stark, dann taucht Paul auf und alle guten Vorsätze, jegliche Vernunft werden über Bord geworfen. Trotzdem habe ich mich sehr gefreut, dass es eine Fortsetzung gibt, nachdem ich die Hoffnung darauf schon aufgegeben hatte. Man hat einfach das Gefühl, eine gute Freundin wiederzutreffen, zu der man lange keinen Kontakt hatte, denn genau so ist Maries Tagebuch geschrieben, wie ein gutes Gespräch mit einer Freundin: Offen, locker und witzig.

Als Münchnerin gefällt es mir außerdem sehr gut, dass man die Liebe zu München oft zwischen den Zeilen herauslesen kann. Es ist auch etwas ganz Besonderes, die Schauplätze der Geschichte auch im wirklichen Leben zu kennen, mit den Namen der U-Bahn-Stationen etwas verbinden zu können und nicht über eine imaginäre, unbekannte Stadt zu lesen.

Nach meiner anfänglichen Begeisterung stellte sich leider irgendwann Langeweile beim Lesen ein. Zu oft hat man Maries Gedanken über ein und dasselbe Thema schon gelesen, zu oft die gleichen Szenen beobachtet, als dass irgendetwas noch neu sein könnte. Die Handlung dreht sich seit fünf Büchern im Kreis, daran kann selbst Maries Charme nichts ändern und auch nicht die Tatsache, dass mit der kleinen Franziska ein neuer, sehr liebenswerter Faktor in die Geschichte gekommen ist.

Abschließend muss ich sagen, dass die Geschichte zwischen Marie und Paul langsam etwas ausgelutscht ist und obwhol ich die Reihe gern gelesen habe, hoffe ich, dass es keine Fortsetzung mehr geben wird. Ärgerlich sind auch einige Logikfehler, die mir sofort aufgefallen sind. Marie ändert ihre Handynummer, hat keinen Kontakt mehr zu Paul, aber trotzdem kann er ihr eine SMS schicken. Zuerst wird er ihr als Freund bei Facebook vorgeschlagen, dann weiß sie nicht mehr, ob er überhaupt bei Facebook ist. So etwas muss wirklich nicht sein und muss doch beim Korrekturlesen eigentlich auffallen.
:sheep3:

Sehr empfehlenswert ist meiner Meinung nach aber der erste Teil der Reihe, Wer ist eigentlich Paul?
Hier fängt alles erst an, Marie hat Paul gerade erst kennengelernt, sich in ihn verliebt und kann sich auf sein komisches Verhalten keinen Reim machen. Ich habe das Buch schon mehrmals gelesen und ziehe es immer wieder gern aus dem Regal.

Die richtige Reihenfolge der Paul-Romane ist:
Wer ist eigentlich Paul?
Sind sie nicht alle ein bisschen Paul?
Aus die Maus
Paul darf das!
Mensch, Paul!

Sophie Kinsella – Shopaholic & Baby

Verlag: Black Swan
Erschienen: 2007
Seiten: 448
Deutscher Titel: Prada, Pumps und Babypuder
Deutscher Verlag: Goldmann Verlag
Übersetzung: Isabel Bogdan & Monika Scheele Knight

Im fünften Teil der Serie ist Becky nun also schwanger und shoppt nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihr Baby. Zusätzlich gibt es wie gewohnt zahlreiche – diesmal hauptsächlich hormongesteuerte – Probleme und einige peinliche Momente für Becky. Dass trotz ihrer Naivität und ihrem Egoismus am Ende wieder alles gut ist, kennt man ja schon aus den Vorgänger-Bänden.

Obwohl mich das Buch grundsätzlich wieder gut unterhalten hat und ich es fast am Stück durchgelesen habe, denke ich, dass es Zeit ist, mich von Becky zu verabschieden. Viele Dinge sind einfach zu vorhersehbar, wenn man alle Teile gelesen hat, da die Romane und damit Beckys Probleme immer nach dem gleichen Schema ablaufen. Becky entwickelt sich zwar minimal weiter und es kommen auch immer wieder neue Personen und Situationen dazu, grundsätzlich bleibt aber alles beim Alten.

Schade finde ich auch, dass das Shoppen gar keine große Rolle mehr spielt. Wenn ich daran denke, wie witzig ich es im ersten Teil fand, dass Becky ständig was kauft, obwohl sie schon ihr Konto überzogen und einen Schuldenberg angehäuft hat, dann fehlt mir hier was. Geldprobleme sind hier ja kaum noch vorhanden, da ihr Ehemann Millionär ist und trotz Kritik an Beckys Kaufverhalten alles bezahlt. Auch die Briefe, die zwischen den Kapiteln eingefügt werden, haben ihren Reiz verloren, ich habe sie diesmal nur noch überflogen.

Und wenn ich das Ganze realistisch sehe, kann ich mir nicht vorstellen, dass Becky mit ihrer ausgeprägten Ich-Bezogenheit wirklich eine gute Mutter wäre und sich um ein Kind kümmern kann. Deshalb will ich – glaube ich – gar nicht wissen, wie es im nächsten Teil weitergeht. Vermutlich werde ich meine Meinung aber nochmal ändern und auch “Mini Shopaholic” mit etwas zeitlichem Abstand lesen. :sheep3:

Simonetta Greggio – Mit nackten Händen

Verlag: Diana Verlag
Erschienen: Januar 2011
Seiten: 160
Originaltitel: Les mains nues
Übersetzung: Patricia Klobsuiczky

Emma ist Anfang vierzig, Tierärztin und lebt allein auf dem Land. Ihre große Liebe zu Raphaël, der sie wegen einer anderen verlassen hat, hat sie nie überwunden. Als Raphaëls fünfzehnjähriger Sohn Gio plötzlich vor Emmas Tür steht, entwickelt sich eine ganz besondere Beziehung zwischen den beiden.

Sehr locker und leicht beschreibt Simonetta Greggio, wie sich Emmas Leben verändert, als Gio ohne Vorwarnung auftaucht. Auch in den Rückblenden auf Emmas früheres Leben in Paris mit Raphaël wird vieles nur angedeutet, als Leser muss man zwischen den Zeilen lesen und sich ein eigenes Bild machen. Diese Art zu erzählen hat mir sehr gefallen, da die Autorin den Lesern zutraut, selbst zu denken und nicht alles, was sie vielleicht sagen wollte auch wirklich aufs Papier gebracht hat.

Andererseits hat die Geschichte auf nur 160 Seiten kaum Platz, sich zu entfalten. Kaum hat man angefangen, das Buch zu lesen, hat man es auch schon beendet. Und genau aus diesem Grund wird es keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen Obwohl ich ein Fan von dünnen Büchern bin, war mir hier an allen Ecken und Enden etwas zu wenig, oder vielleicht auch einfach zu viel Information und Geschichte auf zu wenig Seiten.
:sheep3:

Sophie Kinsella – Vom Umtausch ausgeschlossen

Auch der vierte Besuch in Beckys total verrückter Shopping-Welt hat mir gut gefallen! Nachdem der dritte Band um Beckys Hochzeit nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat, hat mir “Vom Umtausch ausgeschloßen” wieder richtig viel Spaß gemacht.
Man erlebt eine ganze Menge Shopping-Räusche, typische peinliche Becky-Momente und den Auftritt einer Halbschwester, die ganz anders ist als Becky. Ich habe das Gefühl, dass Becky erwachsen wird und reifer. Sie ist nicht mehr ganz so oberflächlich und naiv, denkt manchmal über ihre Handlungen nach und sieht Fehler ein. Man merkt auch deutlich, dass nicht mehr so viel geshoppt wird, wie in den vorhergehenden Büchern, es treten auch mal andere Ereignisse in den Vordergrund. Gut fand ich, dass das Eheleben thematisiert wurde und auch Freundschaften und wie diese sich im Laufe der Zeit verändern können.

Ich lese nicht viel Chick-Lit, aber manchmal muss es zwischendurch einfach sein. Und dann weiß ich, dass ich mit Sophie Kinsella und vor allem den Shopaholic-Büchern nicht falsch liege. Hochgeistige Unterhaltung darf man natürlich nicht erwarten, aber dafür viel Spaß.
4 Sterne

Michel Birbæk – Nele & Paul

Nele ist Pauls große Liebe, 9 Jahre war sie weg und als sie wieder auftaucht, nimmt er sie ohne einen moment zu zögern zurück als seine Freundin. Wie lange sie bleiben will und wie es mit den beiden weitergeht, weiß er nicht, und trotzdem benimmt er sich wie ein Teenie mit dicker rosa Brille und kann nur noch an Nele denken. Doch irgendwann ist es mit dem Glück auch wieder vorbei und es tauchen unvorhergesehene Probleme auf, die ich natürlich nicht verraten möchte.

Das Buch war schnell und leicht zu lesen, ist ganz nett geschrieben und reißt einen auch irgendwie mit, so dass man unbedingt wissen will, wie die Geschichte um Nele und Paul denn nun endet. Leider ist alles ganz furchtbar kitschig. Die Liebe zwischen den beiden ist anscheinend so übermächtig, dass sie keinen klaren Gedanken mehr fassen können. Vor allem Paul, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt ist, scheint einige geistige Aussetzer zu haben, verhält sich manchmal wahnsinnig dumm und naiv.

Einiges an der Geschichte war sehr unglaubwürdig und überzogen, viele Dinge ließen sich unnatürlich schnell und einfach klären oder erledigen. Auch der vielgelobte Schreibstil hat mir nicht immer zugesagt, da gab es seltsame Wortschöpfungen und auch allgemein war es mir manchmal einfach zu flapsig. Ich konnte mich damit aber abfinden, da es nun mal aus der Sicht Pauls erzählt ist und dessen Gedanken nicht unbedingt auf einem sprachlich hohen Niveau sein müssen.

Im Endeffekt war das Buch nette Unterhaltung, aber zu viel Kitsch und heile Welt für meinen Geschmack.
3 Sterne

Ann Pearlman – Der Christmas Cookie Club

12 Frauen treffen sich jedes Jahr im Dezember um Weihnachtsplätzchen auszutauschen und gleichzeitig über ihre Erlebnisse des letzten Jahres zu sprechen. In diesem Buch sind außer den Geschichten dieser Frauen auch noch die 12 Plätzchenrezepte (mit Umrechnungstabelle der amerikanischen Mengenangaben) und Informationen über einige Backzutaten enthalten.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Gastgeberin Marnie, die nach und nach alle Teilnehmerinnen vorstellt und ihre persönlichen Lebensgeschichten erzählt. Dadurch, dass jeder der 12 Frauen ein eigenes Kapitel gewidmet ist, ist es auch einfacher, sie alle auseinanderzuhalten.

Trotzdem wirken die 12 verschiedenen Schicksale auf nur 350 Seiten etwas zu schnell abgehandelt. Die einzelnen Frauen können nur oberflächlich charakterisiert werden, in die Tiefe geht es dabei selten. Trotzdem ist es der Autorin gelungen, ein berührendes Buch über sehr sympathische Frauen zu schreiben, von denen jede ihre ganz eigenen Probleme zu bewältigen hat. Sei es der Tod des Sohnes, eine außereheliche Affäre oder finanzielle Probleme, jede der Frauen hat ihre ganz persönliche Geschichte.

Genau das ist auch für mich die Stärke und die Botschaft des Buches. Jede Person, und wenn ihr Leben nach außen hin auch noch so perfekt und glücklich scheint, hat ihre ganz persönlichen Probleme, die sie bewältigen muss. Gerade in der Weihnachtszeit sollte man sich das in Erinnerung rufen und nicht nur immer an sich selbst denken, sondern auch für seine Mitmenschen da sein und ihnen zuhören.

Die Kapitel über die verschiednen Backzutaten sind zwar durchaus interessant, fügen sich aber für mich nicht so richtig in das restliche Buch ein und wirken eher deplaziert. Dass die Plätzchenrezepte im Buch enthalten sind, ist dagegen eine sehr gute Idee und auch ein wirklich schönes Extra.

Fazit: Für mich ist “Der Christmas Cookie Club” ein schönes Weihnachtsbuch mit kleinen Schwächen, das einem schöne Lesestunden bescheren kann, wenn man nicht mit zu hohen Erwartungen an das Buch herangeht.

4 Sterne