Am Sonntag, 26. Februar findet die 84. Oscarverleihung statt. Und da ich nicht nur gerne lese, sondern auch sehr gerne Filme schaue, ist die Oscarverleihung jedes Jahr ein besonderes Highlight für mich. Die drei letzten Jahre habe ich mir die Nacht um die Ohren geschlagen, um die Verleihung live zu sehen und auch dieses Jahr ist eine Oscarnacht mit meinem Freund, vielen Knabbereien und diversen koffeinhaltigen Getränken geplant.
Natürlich versuche ich vor der Verleihung auch, so viele nominierte Filme wie möglich zu sehen. Einige davon sind auch dieses Jahr wieder Literaturverfilmungen und diese möchte ich euch gerne vorstellen.
Hugo Cabret
(Buch: Die Erfindung des Hugo Cabret von Brian Selznick)
Zu Buch und Film habe ich mich hier schon ausführlich geäußert. Der Film ist für 11 Oscars nominiert, nämlich: Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt, Beste Filmmusik, Bester Ton, Bester Tonschnitt und Beste visuelle Effekte
Die Kunst zu gewinnen – Moneyball
(Buch: Moneyball – The Art Of Winning An Unfair Game von Michael Lewis)
Das Buch kenne ich leider nicht, aber den Film habe ich mir angeschaut, obwohl mich Baseball nicht wirklich interessiert. Es war auch nicht so einfach, die Handlung zu verfolgen, weil der Sport und entsprechende mir unbekannte Begriffe eine große Rolle spielen. Es geht um den Manager Billy Bane (Brad Pitt), der sein Team trotz finanzieller Schwierigkeiten zum Sieg führen will. Unterstützung erhält er dabei von einem jungen Yale-Absolventen (Jonah Hill), der durch ein neues Verfahren berechnet, welcher Spieler gut sind. Ich fand den Film durchaus unterhaltsam und sehenswert. Gegen Ende habe sogar ich Billy Banes ungewöhnlicher Mannschaft die Daumen gedrückt, obwohl mir nach wie vor die genauen Regeln der Sportart nicht klar waren. Nominiert ist Moneyball für 6 Oscars: Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Brad Pitt), Bester Nebendarsteller (Jonah Hill), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schnitt, Bester Ton
Gefährten
(Buch: Schicksalsgefährten von Michael Morpugo)
Pferde sind gar nicht mein Ding und einen nichtssagenderen Trailer habe ich lange nicht gesehen, ich kenne also weder Buch noch Film. Nominiert ist der Film für 6 Oscars: Bester Film, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Beste Filmmusik, Bester Ton, Bester Tonschnitt
The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten
(Buch: Mit deinen Augen von Kaui Hart Hemming)
Im Film spielt George Clooney einen Familienvater, der auf einmal mit seinen beiden Töchtern klarkommen muss, nachdem seine Frau durch einen Unfall im Koma liegt. Zusätzlich muss er sich mit seinen Verwandten auseinandersetzen, die ein Landstück verkaufen möchten, das der Familie gemeinsam gehört. Ich fand “The Descendants” sehr berührend, den Schauspielern gelingt es ausnahmslos, ganz große Emotionen zu vermitteln. Die Buchvorlage war mir bisher nicht bekannt, ich werde mich aber bei Gelegenheit genauer darüber informieren. Die Oscarnominierungen: Bester Film, Bester Hauptdarsteller (George Clooney), Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schnitt
Verblendung
(Buch: Verblendung von Stieg Larsson)
Das Buch ist sicherlich bekannt genug, dass ich es nicht weiter vorstellen muss. Für mich ist es leider nichts, da mir sicher einige Szenen zu hart wären. Ich musste bei der schwedischen Verfilmung schon häufig wegschauen oder den Ton ausschalten. Mir ist zwar nicht ganz klar, warum das Buch innerhalb kürzester Zeit nochmal verfilmt wurde, aber die Bilder aus dem Trailer sahen recht überzeugend aus. Und Daniel Craig spielt ja auch mit. Der Film ist in 5 Kategorien nominiert: Beste Hauptdarstellerin (Rooney Mara), Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Ton, Bester Tonschnitt
The Help
(Buch: The Help von Kathryn Stockett)
Hier geht es um die Behandlung farbiger Hausangestellter in den 60er Jahren und eine junge Frau, die Missstände aufdecken will und ein Buch über das Thema schreibt. Den Film fand ich zwar sehenswert, aber an manchen Stellen etwas oberflächlich. Viele Probleme wurden zu einfach gelöst und zu schnell abgehandelt. Trotzdem interessiert mich jetzt auch die Buchvorlage, da sich im Buch die Geschichte hoffentlich etwas besser entfalten kann. Nominiert ist “The Help” für: Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Viola Davis), 2 x Beste Nebendarstellerin (Jessica Chastain und Octavia Spencer)
Dame, König, As, Spion
(Buch: Dame, König, As, Spion von John le Carré)
Ich würde den Film gerne noch sehen, in Buchform kann ich mit der Thematik wohl eher wenig anfangen. Es geht um einen Spion beim britischen Geheimdienst in der Zeit des Kalten Krieges. Nominiert für 3 Oscars: Bester Hauptdarsteller (Gary Oldman), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Filmmusik
Albert Nobbs
(Buch: Kurzgeschichte von George Moore)
Der Film ist toll! Glenn Close spielt eine Frau, die sich am Ende des 19. Jahrhunderts als Mann verkleiden muss, um als Kellner ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Vorlage kenne ich nicht. Die drei Oscarnominierungen: Beste Hauptdarstellerin (Glenn Close), Beste Nebendarstellerin (Janet McTeer), Bestes Make-Up
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Teil 2
(Buch: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes von Joanne K. Rowling)
Buch und Film sind bei Harry Potter Fans wohl hinreichend bekannt. Nominiert ist der Film allerdings nur in 2 eher unbedeutenden Kategorien: Bestes Szenenbild, Bestes Make-Up
Extrem laut und unglaublich nah
(Buch: Extrem laut und unglaublich nah von Jonathan Safran Foer)
Das Buch ist deutlich besser als der Film, aber dennoch ist die Verfilmung sehr sehenswert. Das Thema 11. September ist noch amerikanischer behandelt, als es das Buch tat und viel von der Rahmenhandlung wurde leider gestrichen (Geschichte der Großeltern etc.). Allerdings spielt Thomas Horn die Rolle des kleinen Jungen, der seinen Vater bei den Anschlägen am 11. September verloren hat so überzeugend, dass neben im Größen wie Tom Hanks und Sandra Bullock verblassen. Nominiert für 2 Oscars: Bester Film, Bester Nebendarsteller (Max von Sydow)
Literaturverfilmungen mit nur einer Oscarnominierung lasse ich jetzt mal weg, weil das sonst zu ausführlich wird. Natürlich gibt es auch sehr sehenswerte Filme, die nicht auf einem Buch basieren. Sehr gespannt bin ich auf “The Artist”, der mit 10 Nominierungen neben “Hugo Cabret” (11 Nominierungen) als großer Oscarfavorit gehandelt wird. Mein besonderer Tipp wäre noch “Nader und Simin – Eine Trennung”, der iranische Beitrag zur Kategorie “Bester fremdsprachiger Film”, der außerdem noch in der Kategorie “Bestes Originaldrehbuch” nominiert ist.
Seid ihr auch schon gespannt auf die Oscarverleihung? Bleibt ihr auch extra wach, oder reicht es euch, die Sieger am nächsten Tag zu erfahren? Könnt ihr noch Filme oder Buchvorlagen empfehlen, die ich nicht erwähnt oder nicht gesehen/gelesen habe?