So vollgepumpt mit Cola und Kaffee wie ich gerade bin, kann ich nicht einschlafen und will euch noch an meinen Eindrücken zur Oscarverleihung teilhaben lassen.
Im Gegensatz zur Oscarverleihung 2011 hat mir das Zuschauen dieses Jahr wirklich Spaß gemacht, was nicht zuletzt am unterhaltsamen Host Billy Crystal lag. Auch die vielen sehenswerten Filme, die dieses Jahr nominiert waren, haben mich bis zuletzt mitfiebern lassen.
Im Vorfeld galten ja der französische Stummfilm “The Artist” und die fantasievolle Literaturverfilmung “Hugo Cabret” mit 10 bzw. 11 Nominierungen als die großen Favoriten. Die Filme sind zwar ganz unterschiedlich, haben mir aber beide auf ihre Art gut gefallen. Die Oscars in den Hauptkategorien Bester Film, Beste Regie und Bester Hauptdarsteller holte “The Artist”, aber auch Hugo konnte 5 Trophäen abstauben (besonders gejubelt haben wir dabei über den Oscar in der Kategorie Beste visuelle Effekte, weil der Bruder meines Freundes daran beteiligt war und wir aufgrund der starken Konkurrenz nicht damit gerechnet haben). Somit haben beide Filme gleich viele Oscars geholt, da “The Artist” aber in den wichtigeren Kategorien gewonnen hat, ist er der eigentliche Sieger.
Erwähnenswert ist der Oscar für Christopher Plummer als Bester Nebendarsteller. Er spielt im Film “Beginners” den krebskranken homosexuellen Hal, der sich nach dem Tod seiner Ehefrau nach 44-jähriger Ehe outet und ein neues Leben anfängt. Sein Sohn Oliver, dargestellt von Ewan McGregor, muss erst lernen, mit diesen Entwicklungen umzugehen und wird dabei von der attraktiven Schauspielerin Anna (Mélanie Laurent) unterstützt. Der Film ist sehr emotional, hat aber auch seine witzigen Momente. Für mich eine positive Überraschung und eine definitive Empfehlung!
Der Oscar für den Besten fremdsprachigen Film ging dieses Jahr in den Iran. Der Film “A Separation” begleitet die Trennung von Nadar und Simin und die Verwicklungen, die dadurch entstehen, dass Nadar eine junge Frau anstellt, die seinen kranken Vater betreuen soll. Oberflächlich gesehen ist der Film zwar “nur” ein Familiendrama, schaut man allerdings etwas genauer hin, kann man einiges an Systemkritik entdecken. Ein wichtiger und sehenswerter Film!
Besonders Bücherfreunde dürfte es auch freuen, dass der Oscar für den Besten animierten Kurzfilm an “The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore” ging. Den niedlichen Kurzfilm kann man sich hier ansehen:
Und hier noch die Gewinner im Überblick:
Bester Film: The Artist Beste Regie: Michael Hazanavicius (The Artist) Bester Hauptdarsteller: Jean Dujardin (The Artist) Beste Hauptdarstellerin: Meryl Streep (The Iron Lady) Bester Nebendarsteller: Christopher Plummer (Beginners) Beste Nebendarstellerin: Octavia Spencer (The Help) Bestes Originaldrehbuch: Midnight in Paris Bestes adaptiertes Drehbuch: The Descendants Bester Animationsfilm: Rango Bester fremdsprachiger Film: A Separation Bester animierter Kurzfilm: The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore Bester Kurzfilm: The Shore Bestes Szenenbild: Hugo Cabret Beste Kamera: Hugo Cabret Bestes Kostümdesign: The Artist Bester Dokumentarfilm: Undefeated Bester Dokumentar-Kurzfilm: Saving Face Bester Schnitt: Verblendung Bestes Make-Up: The Iron Lady Beste Filmmusik: The Artist Bester Filmsong: Man or Muppet Bester Ton: Hugo Cabret Bester Tonschnitt: Hugo Cabret Beste visuelle Effekte: Hugo Cabret
Das Oscar-Tippspiel, das ich mit meinem Freund gemacht habe, habe ich mit 14:9 gewonnen. Als Siegerin darf ich ihn jetzt in einen Kinofilm nach Wahl mitschleppen. Welcher Film das wird, muss ich mir natürlich noch gut überlegen, da ich ihn ja maximal quälen will Irgendwelche Vorschläge? Ich dachte ja schon an Titanic in 3D, aber darauf habe ich selbst keine Lust.
Nun werde ich es nochmal mit Schlafen versuchen. Schon seltsam, wenn man zu der Zeit ins Bett gehen soll, zu der man an einem normalen Montag aufstehen würde. Aber da die Oscarverleihung jedes Jahr ein Erlebnis ist, lohnt es sich, den Schlafrhythmus dafür etwas zu verschieben.
Seid ihr zufrieden mit den Preisträgern oder habt ihr anderen Filmen/Schauspielern die Daumen gedrückt?