Verlag: Goldmann
Erschienen: Mai 2012
Originaltitel: Hourglass
Übersetzung: Inge Wehrmann
Seiten: 384
Wie konnte das nur schon wieder passieren? Ein hübsches Cover, ein interessanter Klappentext und eine Leserunde mit Leseexemplaren, schon war ich überzeugt, dass ich “Hourglass” gerne lesen würde. Und wieder wurde ich enttäuscht.
Emerson lebt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrem älteren Bruder. Da sie von Zeit zu Zeit Geister aus vergangener Zeit sieht, versucht dieser, ihr mit diversen Therapeuten und Methoden zu helfen. Der aktuelle Versuch, Michael von der Firma Hourglass, sieht nicht nur diese Geister selbst, sondern ist auch wahnsinnig attraktiv. Und so entwickelt er sich für Em schnell zu mehr als nur ihrem Therapeuten.
Zu Beginn fand ich das Buch noch unterhaltsam und angenehm zu lesen, doch dann wurden die Mängel schnell immer deutlicher. Wie in so vielen Jugendbüchern gibt es auch hier eine Liebesgeschichte, die im Mittelpunkt des Geschehens steht. Und auch hier verliebt sich das normale Mädchen in den wunderschönen jungen Mann. Dieser wird auch nur so beschrieben und charakterisiert. Viel mehr als “schön” und “unglaublich viele Muskeln” wird über Michael gar nicht gesagt, dafür werden die Beschreibungen von seiner unglaublichen Schönheit und seinen Muskeln ständig wiederholt. Die Gefühle zwischen den beiden kamen bei mir überhaupt nicht an. Es geht nur oberflächlich ums Aussehen und um eine gewisse Anziehung, die ich aber nicht spüren konnte.
Die Geschichte hätte spannende Grundzüge, es gibt Zeitreisen und andere interessante Elemente. Jegliche Spannung wird aber durch die mangelhafte Umsetzung im Keim erstickt. Als die Zeitreise endlich stattfindet, ist sie so unspektakulär, dass man sich fragt, warum man die ganze Zeit darauf gewartet hat. Die wirklich interessanten Szenen, die die Geschichte vorantreiben sollen, wirken recht schnell abgehandelt, viele Erklärungen, die man zum Verständnis bräuchte, fehlen leider. Dafür gibt es seitenlanges Geschnulze, große Liebe hier, “wir können nicht zusammensein” dort und das immer wieder, hin und her und hin und her.
Am Ende wird es dann im großen Showdown nochmal richtig hektisch, Spannung kam bei mir dann nicht mehr auf. Das Zeitreise-Konstrukt, das die Autorin sich aufbaut, ist leider auch nicht in allen Punkten logisch, meiner Meinung nach widerspricht sie sich auch manchmal selbst und verstrickt sich in paradoxen Aussagen. Vielleicht hat sie sich auch selbst zu sehr auf die schönen Männer in ihrer Geschichte konzentriert, und konnte deshalb keine klaren Gedanken mehr fassen.
Das Buch lässt sich zwar wirklich flott lesen und bietet an manchen Stellen auch etwas Unterhaltung, insgesamt war es mir aber zu oberflächlich. Zu viel Liebesgeschnulze, zu wenig und zu wenig durchdachte sonstige Handlung, das reicht gerade mal für
Gibt es denn noch richtig gute Jugendbücher, die eine durchdachte Handlung haben und sich nicht vordergründig auf eine oberflächliche Liebesgeschichte konzentrieren? Könnt ihr da was empfehlen?
















