Paul Auster – Winterjournal

Verlag: Rowohlt
Erscheinungsjhar: 2012
Übersetzung: Werner Schmitz
Seiten: 256
ISBN: 978-3498000875

Autobiografien sind in den letzten Jahren in Mode gekommen, jeder B-Promi fühlt sich bemüßigt, das eigene Leben oft schon in jungen Jahren für die Nachwelt detailliert festzuhalten. Paul Auster hingegen hat sich damit bis zu seinem 65. Lebensjahr Zeit gelassen. Auch hat er mit “Winterjournal” keine klassische Autobiografie geschrieben, in der Stationen des Lebens chronologisch abgehandelt werden. Vielmehr nimmt er den Leser mit auf eine Reise in sein Inneres. Veränderungen des Körpers beim Älterwerden spiele ebenso eine Rolle wie seine Liebesbeziehungen.

Es ist kein Wunder, dass man Paul Auster in diesem Buch sehr nah kommt, näher als man es manchmal möchte. Ich zumindest wollte nicht unbedingt über die ersten sexuellen Erfahrungen oder die Panikattacken eines meiner Lieblingsautoren lesen. Und doch macht genau das das Buch so authentisch, denn Paul Auster nimmt kein Blatt vor den Mund und lässt seine Leser wirklich an allem teilhaben. Obwohl ich bei manchen Themen skeptisch war, hat mir dieses Buch gezeigt, dass auch Paul Auster nur ein Mensch ist, der über den Tod der Eltern trauert oder mal einen Autounfall verschuldet.

An manchen Stellen habe ich den roten Faden vermisst, konnte nicht ganz nachvollziehen, wie Paul Auster von einem Thema zum nächsten springt. Da die Autobiografie aber nicht chronologisch erzählt ist, habe ich das einfach so hingenommen, da ich alle Themen gleichermaßen interessant fand. “Winterjournal” ist wunderschön geschrieben, wie ich es von Paul Auster schon kenne, so schön, dass mir gar nicht aufgefallen ist, dass manche Sätze über mehrere Seiten gehen.

Wer Paul Auster mag, wird “Winterjournal” sicher lieben. Und wer noch nichts von ihm gelesen hat und sich auch für die Person interessiert, kann hier mit gutem Gewissen anfangen. Ich war begeistert und freue mich auf den zweiten Teil “Report from the Interior”, der noch nicht auf Deutsch erschienen ist. :sheep5:

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