Literaturschaf vs. dicke Bücher

Sicher habt ihr hier schon öfter den Satz gelesen: “Eigentlich mag ich keine dicken Bücher”. Und dazu stehe ich auch. Selten habe ich ein Buch mit mehr als 400 Seiten gelesen, bei dem dieser Umfang wirklich sein musste. Vieles wirkt oft unnötig aufgebläht. Vielleicht verkaufen sich dicke Bücher besser, da der Käufer das Gefühl hat, mehr für sein Geld zu bekommen? Oft höre ich von Lesern auch, sie wollen gerne richtig in eine Geschichte eintauchen und dafür braucht es mehr Seiten. Finde ich nicht! Ein guter Autor kann die Stimmung auch in wenigen Sätzen rüberbringen. Und wenn ich am Ende das Gefühl habe, ich hätte das Leben der Figuren gerne noch weiterbegleitet, dann war es ein gutes Buch, im Gegensatz zu einem “alles ist zerredet und totdiskutiert”-Buch.

Seiten pro Buch Statistik

Verzeiht mir die Statistik, ich bin nun mal Physikerin und habe einen Hang zu solchen Dingen. In meiner aktuellen Arbeit kommt das etwas zu kurz, weshalb ich mich in meinem Privatleben mit  Excel austoben muss. Da ich seit 2007 eine Lesestatistik führe, war schnell ausgerechnet, wie viele Seiten ein gelesenes Buch bei mir durchschnittlich hat. Gefühlt ist die Seitenzahl pro Buch seit 2008 kontinuierlich gestiegen. 2008 und 2009 habe ich noch sehr viel gelesen, über 100 Bücher pro Jahr. Um diese selbstauferlegte Quote zu erreichen, habe ich hauptsächlich zu dünnen Büchern gegriffen. Nach und nach habe ich mich von diesem Zwang entfernt, hin und wieder auch dickere Bücher gelesen oder einfach akzeptiert, dass 100 Bücher im Jahr nicht sein müssen. Der Ausreißer 2013 ist mir ein Rätsel, aber sonst hat sich mein Gefühl ganz gut bestätigt. 2014 hatte mein durchschnittliches Buch 325 Seiten, was ich als sehr angenehmen Umfang empfinde. Nicht zu kurz und nicht zu lang.

A Feast for CrowsFür meine Reading Challenge “muss” ich jetzt ein Buch mit über 500 Seiten lesen. Und es wäre ja zu einfach, wenn ich mir dafür ein Buch mit 501 Seiten ausgesucht hätte. Nein, es sollte ein 898-Seiten-Wälzer sein. Die Rede ist mal wieder von Game of Thrones, bzw. der “A Song of Ice and Fire”-Reihe von George R.R. Martin. Ich bin mittlerweile bei Band 4 und nach mehreren Monaten Pause macht es auch wieder sehr viel Spaß nach Westeros zurückzukehren und einige (mehr oder weniger) liebgewonnene Charaktere wiederzusehen. George R.R. Martin verzeihe ich auch die dicken Bücher, da seine komplexe Geschichte mit den vielen verschiedenen Charakteren diesen Umfang braucht und trotz aller Ausführlichkeit nie langweilig wird.

Allerdings ist es für mich nicht möglich, 898 Seiten in einer Woche zu lesen. Meine Challenge steht also nach 3 Wochen noch immer bei 2/52. Ich sehe das jetzt mal ganz locker, denn es geht mir ja darum, im Durchschnitt ein Buch pro Woche zu lesen. Das heißt aber nicht, dass genau jeden Sonntag ein Buch beendet sein muss.

Wie haltet ihr es denn mit den Seitenzahlen? Lieber dicke Bücher, dünne Bücher oder ganz egal?

Bis nächste Woche und noch einen schönen Sonntag!

Euer Literaturschaf :sheep:

Reading Challenge 2015: 2/52

Hallo ihr Lieben,

letzte Woche habe ich euch mein Lesevorhaben für das Jahr 2015 vorgestellt und heute kann ich von den ersten Erfolgen berichten. Zum Ende der Kalenderwoche 2 habe ich – wie geplant – schon 2 Bücher gelesen und sie auch in entsprechenden Kategorien untergebracht.

A book written by someone under 30: Stefan Bachmann – The Peculiar

The PeculiarMein 30. Geburtstag steht bevor und in den verbleibenden Wochen bis dahin werde ich vermutlich kein Buch mehr schreiben. Auch wenn ich in Jugendjahren selbst Geschichten geschrieben habe, ist der Berufswunsch “Schriftstellerin” schon lange nicht mehr aktuell. Der 1993 geborene Stefan Bachmann hat allerdings mit nur 18 Jahren seinen Fantasy-Roman “The Peculiar” (deutsch “Die Seltsamen”) veröffentlicht. Inzwischen existiert sogar ein zweiter Teil (“The Whatnot” / “Die Wedernoch”).

Liest man “The Peculiar”, würde man nicht auf die Idee kommen, die Geschichte wäre von einem Jugendlichen geschrieben. Der Roman ist zwar nicht übermäßig anspruchsvoll zu lesen, aber doch ist mir die Sprache positiv aufgefallen. Stefan Bachmann erzählt von Bartholomew und seiner Schwester Hettie, die in einem steampunkigen England leben. Beide sind halb Fee, halb Mensch und müssen sich deshalb vor den Menschen in einem Feen-Slum verstecken. Als der Nachbarsjunge – und kurz darauf auch Hettie – verschwindet, macht Bartholomew sich auf die Suche. Zusammen mit einem Politiker, der gerne zur falschen Zeit am falschen Ort ist, deckt er einen gefährlichen Plan auf.

“The Peculiar” hat mich zwar gut unterhalten, bietet aber nicht viel Neues im Fantasy-Genre. Da der erste Teil in einem Cliffhanger endet, werde ich die Fortsetzung sicherlich irgendwann lesen, ganz oben auf meine Wunschliste hat sie es aber nicht geschafft. Einen ausführlicheren Beitrag zu diesem Buch, der meine Meinung ganz gut widerspiegelt, kann man auf litteratur.ch nachlesen (dort wird allerdings mehr vom Inhalt verraten).

A nonfiction book: Christian Eisert – Kim & Struppi – Ferien in Nordkorea

Kim und StruppiNordkorea interessiert mich spätestens seit der Lektüre von “Ihr seid hier nicht im Paradies” und so war ich gleich überzeugt, als in meinem Lesekreis dieses Buch vorgeschlagen wurde. Dass Christian Eisert eigentlich als Comedy-Autor bekannt ist, wusste ich zu dem Zeitpunkt zum Glück nicht. Humorvolle Bücher lese ich eher ungern, da sie meistens meinen Humor nicht treffen.

Christian Eisert hat sich mit einer Begleiterin nach Nordkorea gewagt, ein Land, das einem sicherlich nicht als erstes in den Sinn kommt, wenn man den nächsten Urlaub plant. Dort darf man nur in Begleitung von einheimischen Aufpassern reisen und hat auch keinen Einfluss auf die Programmpunkte der Reise. Christian Eisert nimmt diese Einschränkungen mit Humor, beschreibt die Reise und alle nordkoreanischen Sehenswürdigkeiten sehr interessant und liefert viele Hintergrundinformationen zur Geschichte des Landes. Bei den Reisebeschreibungen gab es allerdings im Laufe des Buches ein paar Längen.

Lesegruppe mit Frühstück und BücherwichtelnAuch im Lesekreis kam das Buch ganz gut an. Wir hatten heute wieder ein sehr nettes Treffen mit einem nachweihnachtlichen Bücherwichteln und Frühstück im Bodhi (Leckeres veganes Frühstück, für Münchner Verhältnisse günstig). Wenn ihr euch dem Lesekreis anschließen möchtet, könnt ihr das gerne entweder in der Facebook-Gruppe tun, oder euch bei mir per Mail (siehe Impressum) melden.

Den Fortschritt meiner Lesechallenge könnt ihr ab jetzt auf der zugehörigen Challenge-Seite verfolgen.

Ich wünsche euch einen guten Start in Kalenderwoche 3!

Euer Literaturschaf :sheep:

Reading Challenge 2015

Von den diversen Challenges, die durch die Bloggerwelt kreisen, habe ich mich eigentlich schon vor ein paar Jahren verabschiedet und auch beim jährlichen Lese-Wettbewerb in meinem Lieblings-Forum mache ich nicht mehr mit. Trotzdem habe ich mir für dieses Jahr etwas vorgenommen: ich möchte 2015 insgesamt 52 Bücher lesen, also jede Woche eines. 2014 habe ich es gerade so auf 50 Bücher geschafft und habe sogar Kurzgeschichten oder Sachbücher mit wenig Text dazugezählt. Da ich aber im Dezember unter die Wochenendpendler gegangen bin, meine Arbeitswoche also weit entfernt von meinem eigentlichen Zuhause und meinem Freundeskreis verbringe und deshalb auch fast jedes Wochenende über 6 Stunden Zug fahre, ist das für mich ein realistisches Ziel.

Wenn das schon alles wäre, wäre das aber doch etwas langweilig. In Mirkas Sockenschublade und auf Goodreads bin ich zusätzlich auf eine Challenge gestoßen, die gut zu meinen Vorsätzen passt. Die Challenge gibt 50 Kategorien vor, die jeweils eines der gelesenen Bücher erfüllen soll. Und da ein Punkt auf der Liste eine Trilogie ist, ergibt das insgesamt 52 Bücher.

Um diese Kategorien geht es:

1. A book with more than 500 pages
2. A classic romance
3. A book that became a movie
4. A book published this year
5. A book with a number in the title
6. A book written by someone under 30
7. A book with nonhuman characters
8. A funny book
9. A book by a female author
10. A mystery or thriller
11. A book with a one-word title
12. A book of short stories
13. A book set in a different country
14. A nonfiction book
15. A popular author’s first book
16. A book from an author you love that you haven’t read yet
17. A book a friend recommended
18. A Pulitzer-prize winning book
19. A book based on a true story
20. A book at the bottom of your to read list
21. A book your mom loves
22. A book that scares you
23. A book more than 100 years old
24. A book based entirely on its cover
25. A book you were supposed to read in school but didn’t
26. A memoir
27. A book you can finish in a day
28. A book with antonyms in the title
29. A book set somewhere you’ve always wanted to visit
30. A book that came out the year you were born
31. A book with bad reviews
32. A trilogy (the first)
33. A trilogy (the second)
34. A trilogy (the third)
35. A book from your childhood
36. A book with a love triangle
37. A book set in the future
38. A book set in high school
39. A book with a color in the title
40. A book that made you cry
41. A book with magic
42. A graphic novel
43. A book by an author you’ve never read before
44. A book you own but have never read
45. A book that takes place in your hometown
46. A book that was originally written in another language
47. A book set during Christmas
48. A book written by an author with your same initials
49. A play
50. A banned book
51. A book based on or turned into a tv show
52. A book you started but never finished

Manche Kategorien sind wirklich einfach zu erfüllen und fast jedes Buch wird dazu passen, andere könnten richtig schwierig werden. Ich möchte diese Challenge zum Anlass nehmen, den Blog wiederzubeleben und mein Vorsatz dazu ist, jeden Sonntag einen kleinen Wochenrückblick zu posten in dem ich das Buch vorstelle, das ich in der vergangenen Woche gelesen habe und erkläre, welchen Punkt auf der Challenge-Liste ich damit abhaken kann. Der erste Sonntag des Jahres ist ja schon vorbei, deshalb gibt es kommenden Sonntag dann hoffentlich auch schon zwei Bücher, die ich in die Liste eintragen kann.

Wie findet ihr die Challenge? Habt ihr auch Lesevorhaben für 2015?

Lieblingsbücher-Challenge bei der Bücherphilosophin

Eigentlich wollte ich von Challenges und Leselisten jeglicher Art erst einmal Abstand halten. Zu oft habe ich mich durch solche Vorhaben so unter Druck gesetzt, dass ich keine Lust mehr auf die entsprechenden Bücher oder aufs Lesen allgemein hatte. Nun veranstaltet die Bücherphilosophin aber eine Lieblingsbücher-Challenge, der ich nicht widerstehen kann.

Eigentlich hatte ich auch ganz ohne Challenge schon länger vor, meine Lieblingsbücher noch mal zu lesen und sie hier auf dem Blog vorzustellen, da es zu vielen noch keinen eigenen Beitrag gibt. Ob ich wirklich 12 von diesen Büchern von Oktober 2013 bis September 2014 schaffe, ist mir eigentlich nicht so wichtig. Dabei sein ist ja schließlich alles. Bis 30. September könnt ihr euch auch noch anmelden!

Und wer neugierig darauf ist, welche Bücher in meine engere Auswahl kommen, kann sich nochmal meinen Lieblingsbücher-Beitrag von 2011 anschauen, ein paar davon werden sicherlich dabei sein!

Für die Challenge habe ich gelesen:
Ernest Hemingway – A Moveable Feast (01/2014)

Viertes Meme der Buchliebhaber-Challenge

Im Rahmen der Buchliebhaber-Challenge gibt es auf Sahras Blog Nothing More Delightful nun ein viertes Meme. Es geht diesmal um alte Schätze im Bücherregal.

Ich habe sehr viele Kinderbücher von meiner Mutter und meiner Oma bekommen, uralte Hanni und Nanni-Ausgaben und noch viel ältere Dinge gab es da in meiner Kindheit für mich zu lesen. Die meisten davon sind in einer Schachtel im Keller meiner Eltern und warten darauf, dass ich mal eine große Wohnung mit vielen Bücherregalen habe. Deshalb kann ich davon jetzt kein Foto zeigen. Das spannendste an diesen Büchern war immer das Datum darin, also das Jahr, in dem meine Mama oder meine Oma das Buch geschenkt bekommen haben. Dann konnte ich mir ausmalen, wie die Oma/Mama in einem bestimmten Alter mit dem Buch in der Hand da saß und las.

Ein besonderes Buch, das eigentlich gar nicht unbedingt ein Buch ist, hat meine Oma mir vor Jahren geschenkt. Es handelt sich eigentlich um Illustrationen zur Odyssee, die sie selbst im Alter von 12 Jahren geschenkt bekommen hat. Genau 50 Jahre später hat sie es an mich weitergeschenkt.

 

Ein anderes hübsches Buch habe ich vom Flohmarkt gerettet. Gelesen habe ich es allerdings nie, obwohl ich diese alte Schrift auch lesen kann. Es hat auch eine handschriftliche Widmung und ist wunderschön gestaltet.

Ich mag alte Bücher sehr gerne, weil ich das Gefühl habe, dass Bücher damals noch etwas viel besondereres waren als heute und mehr wertgeschätzt wurden. Wie seht ihr das und habt ihr auch “Familienerbstücke” im Bücherregal?