Das Stendhal-Syndrom oder 3 Wochen Florenz

Wer mir auf Instagram folgt, weiß vermutlich schon, wo ich mich in meiner 3-wöchigen Blogpause aufgehalten habe – ich war in Florenz. Ein Kommentar zu einem meiner Bilder dort machte mich auf das Stendhal-Syndrom aufmerksam, bei dem es sich um eine psychosomatische Störung im Zusammenhang mit kultureller Reizüberflutung handelt. Erstmals wissenschaftlich untersucht wurde dieses Syndrom bei Florenzbesuchern. Ich blieb davon zwar glücklicherweise verschont, war aber vom Besichtigen der vielen Sehenswürdigkeiten der toskanischen Hauptstadt einerseits und dem Besuch einer Sprachschule andererseits so beschäftigt, dass keine Zeit für den Blog blieb.

Nachträgich möchte ich euch aber gern ein bisschen an meinem Toskana-Aufenthalt teilhaben lassen und ein paar Fotos zeigen. Am beeindruckendsten und auffälligsten ist natürlich der Dom “Santa Maria del Fiore”, der von allen Seiten ein schönes Motiv abgibt.

Innen ist der Dom dann überraschend schlicht, beeindruckt hat mich dort aber der Marmorfußboden.

Natürlich gibt es noch viel mehr schöne Dinge in Florenz und ich habe noch viele Fotos gemacht, die ich gerne zeigen möchte. Das werde ich dann nach und nach machen, um euch nicht mit einer Bilderflut zu erschlagen.

Literaturschaf on Tour – Dresden

Vergangenes Wochenede habe ich eine Kollegin in Dresden besucht. Ich war vorher schon drei Mal in der Stadt, allerdings immer dienstlich, so dass kaum Zeit blieb, dort noch etwas zu unternehmen. Nun gab es endlich die Gelegenheit, nicht nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abzuklappern, sondern auch das Nachtleben und die Dresdner Neustadt kennenzulernen. Und ich muss schon zugeben, ich habe mich ein bisschen in die Stadt verliebt. Das fängt bei den coolen, gut gekleideten Menschen an und hört bei den – im Vergleich zu München – unschlagbar günstigen Preisen für Essen und Getränke auf. Für Shoppen war leider keine Zeit, aber ich habe unzählige Second-Hand-Shops und kleine individuelle Läden gesehen, die ich mir gerne näher angeschaut hätte. Nun ja, vielleicht beim nächsten Mal.

Ein paar Fotos sind in Dresden auch wieder entstanden und netterweise hat auch das Wetter mitgespielt, so dass es hübschen blauen Himmel zu sehen gibt.

Eigentlich ist es schade, dass man so selten im eigenen Land Urlaub macht, es gäbe so viel Schönes zu entdecken. Während meines Auslandssemesters in England war ich jedes Wochenende unterwegs, aber von Deutschland kenne ich sehr wenig. Geht euch das auch so? Habt ihr Empfehlungen, was man in Deutschland unbedingt mal gesehen haben sollte?

Literaturschaf on Tour – Prag

Urlaub gab es dieses Jahr zwar nicht viel, dafür “durfte” ich letzte Woche zu einer Konferenz nach Prag fahren. Das war zwar mit viel Arbeit verbunden, ich hatte aber auch ein bisschen Zeit um mir die Stadt anzusehen.

Unvermeidliches Motiv: Die Karlsbrücke

Und das Gedränge auf der Brücke

Alle fahren Tretboot, nur ich muss arbeiten.

Der Wenzelsplatz bei Nacht

Es fehlt: Ein Foto der Astronomischen Uhr. Ich bin zwar gefühlte hundert mal daran vorbeigelaufen, bei den Touristenmassen, die zu jeder vollen Stunde davor stehen, ist mir aber die Lust auf ein Foto vergangen.

Wart ihr schon mal in Prag? Wie fandet ihr die Stadt? Mir hat es eigentlich ganz gut gefallen, seit meinem letzten Besuch vor 5 Jahren ist es allerdings viel “westlicher” geworden, mit Starbucks und McDonalds an jeder Ecke und den Standard-Klamottenläden (H&M etc.). Die Touristenmassen sind natürlich auch gewöhnungsbedürftig und es war vermutlich noch nicht mal richtig voll, da ich unter der Woche dort war.

Die Leipziger Buchmesse 2012

Hier kommt endlich mein verspäteter Bericht zur Buchmesse.

Letzten Samstag bin ich um 4 Uhr morgens aufgestanden und war insgesamt 11 Stunden im Bus unterwegs, nur um knapp 6 Stunden auf der Leipziger Buchmesse verbringen zu können. Eigentlich ganz schön verrückt und ganz schön anstrengend. Aber mein kleiner Tagesausflug hat sich gelohnt.

Als ich um 11 Uhr endlich ankam, war es schon ganz schön voll in den Messehallen, also habe ich beschlossen, mich erst einmal ein bisschen treiben zu lassen und mich einfach mal umzusehen. Richtig voll war es dann zum Glück auch nur an den Ständen der großen Verlage. Das kann ich ehrlich gesagt gar nicht verstehen, denn deren Bücher kann man sich in jeder beliebigen Buchhandlung mit mehr Ruhe und weniger Gedränge anschauen. Ich habe also versucht, mich etwas abseits der Massen zu bewegen und bei Interesse ein paar Flyer oder Infoheftchen mitzunehmen. Die Tasche mit angesammeltem Infomaterial steht übrigens noch da, wo ich sie nach dem Buchmesse-Samstag zuhause abgestellt habe. Aber irgendwann schau ich das auch alles noch durch. Bestimmt!

Ein paar Lesungen hatte ich mir im Vorfeld schon vorgemerkt, da ich die Gelegenheit nutzen wollte, ein paar Autoren mal live sehen zu können. Den Anfang machte Zeruya Shalev, von der ich zwar noch nichts gelesen habe, deren neues Buch “Für den Rest des Lebens” mich aber sehr interessiert. Besonders schön fand ich ja, dass sie einen Absatz auf hebräisch vorgelesen hat. Ansonsten wurden ihr von Shelly Kupferberg spannende Fragen zur Entstehung und zu Hintergründen ihres aktuellen Werkes gestellt, die sie sehr sympathisch beantwortete.


Von John Boyne bin ich zwar absolut kein Fan, sein “Junge mit dem gestreiften Pyjama” hat mich eher aggressiv gemacht als begeistert. Trotzdem habe ich mir sein Gespräch mit Nina May über seinen neuen Roman “Das späte Geständnis des Tristan Sadler” angehört. Leider geht es darin schon wieder um einen Krieg – absolut nicht mein Thema, egal wie interessant sich alles andere anhört und wie gern ich ihm auch eine zweite Chance geben möchte.


Ein interessanter Programmpunkt war dann noch das Gespräch zur Bedeutung der Online-Rezension für den Literaturbetrieb. Jana Trautmann von der Leser-Welt befragte Bernd Perplies und Christina Knorr zu diesem Thema.


Viel Neues gab es für mich hier nicht, ich hatte schon vorher vermutet, dass die beiden Gesprächspartner Online-Rezensionen einen hohen Stellenwert beimessen würden. Im Bereich Fantasy und Young Adult mag das auch stimmen. Verlage und Autoren dürften sich bewusst sein, dass die jugendliche Zielgruppe sich ihre Informationen zum Großteil aus dem Internet holt. Anspruchsvollere Literatur (wie sagt man das, ohne herablassend zu klingen?) wird aber nach wie vor eher in Zeitungen besprochen, Blogs und Online-Portale spielen da eher eine untergeordnete Rolle, glaube ich.

Abschließend wollte ich noch einen Blick auf Denis Scheck werfen, weshalb ich noch kurz vor der Abfahrt quer durch alle Hallen rannte. Es blieb dann leider auch bei einem kurzen Blick über sehr viele Köpfe hinweg.


Dann ging es leider auch schon wieder nach Hause.

Abschließend kann ich sagen, dass mir die Buchmesse viel Spaß gemacht hat. Meine 6 Stunden dort waren im Endeffekt auch genug, denn irgendwann konnte ich keine Informationen mehr aufnehmen und auch keinen Schritt mehr laufen.

Ein Rätsel aber bleibt: Wie passen Cosplayer und die Buchmesse zusammen? Ich will niemandem auf die Füße treten, aber ich habe nicht das Gefühl, dass sich von diesen verkleideten Gestalten viele für Bücher interessieren. Und der relativ kleine Bereich mit Comics und Mangas kann doch auch nicht der Grund dafür sein. Sehen und gesehen werden ist ja schön und gut, aber eignen sich andere Veranstaltungen da nicht besser?