Literaturschaf on Tour – Prag

Urlaub gab es dieses Jahr zwar nicht viel, dafür “durfte” ich letzte Woche zu einer Konferenz nach Prag fahren. Das war zwar mit viel Arbeit verbunden, ich hatte aber auch ein bisschen Zeit um mir die Stadt anzusehen.

Unvermeidliches Motiv: Die Karlsbrücke

Und das Gedränge auf der Brücke

Alle fahren Tretboot, nur ich muss arbeiten.

Der Wenzelsplatz bei Nacht

Es fehlt: Ein Foto der Astronomischen Uhr. Ich bin zwar gefühlte hundert mal daran vorbeigelaufen, bei den Touristenmassen, die zu jeder vollen Stunde davor stehen, ist mir aber die Lust auf ein Foto vergangen.

Wart ihr schon mal in Prag? Wie fandet ihr die Stadt? Mir hat es eigentlich ganz gut gefallen, seit meinem letzten Besuch vor 5 Jahren ist es allerdings viel “westlicher” geworden, mit Starbucks und McDonalds an jeder Ecke und den Standard-Klamottenläden (H&M etc.). Die Touristenmassen sind natürlich auch gewöhnungsbedürftig und es war vermutlich noch nicht mal richtig voll, da ich unter der Woche dort war.

Meike Winnemuth – Das große Los

Verlag: Knaus
Erschienen: März 2013
Seiten: 336

Nach dem Gewinn einer halben Million bei “Wer wird Millionär” erfüllte sich Meike Winnemuth den Traum einer Weltreise. 12 Städte in 12 Monaten sollten es sein. Aus jedem Land hat sie einen Brief geschrieben an einen Verwandten, einen Freund, eine Reisebekanntschaft. Diese Briefe sind hier zusammengefasst mit einigen Tipps für Weltreisende und vielen schönen Fotos.

Meike Winnemuth hat ohnehin einen Hang zu Experimenten, so hat sie zum Beispiel ein Jahr lang jeden Tag das selbe Kleid getragen. Auch dieses Reisejahr sieht sie als großes Experiment, in dem sie viel Neues ausprobiert und allen Wünschen und Neigungen nachgeht. Einmal Ukulele spielen oder Tauchen lernen? Alles scheint möglich in diesem Jahr der grenzenlosen Freiheit.

Einen reinen Reisebericht darf man allerdings nicht erwarten. Meike Winnemuth hat während ihrer Reise einen Blog geführt (www.vormirdiewelt.de), in dem es viele Fotos und alle Reiseberichte zum Nachlesen gibt. Die Briefe – und somit das Buch – sind viel persönlicher. Man erfährt viel über ihr Innenleben, ihre Gefühle und die Veränderungen, die sie dank der Reise durchlebt.

Sehr sympathisch lässt die Autorin uns Leser an allem teilhaben. Dabei bleibt sie immer fröhlich und positiv, auch wenn die Situation gerade eher zum Verzweifeln ist. Es hat mir so viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, dass ich mir nur ein Kapitel pro Tag erlaubt habe, um länger etwas davon zu haben. Ich habe mich bestätigt gefühlt in meinen Eindrücken von Mumbai, dafür aber Lust auf andere Orte bekommen (Tel Aviv, Äthiopien, mal wieder Kopenhagen) und darauf, vielleicht auch mal ein Experiment zu wagen. Es muss ja nicht gleich ein ganzes Jahr sein.

Viele ihrer Erkenntnisse haben auch meinen Alltag bereichert, gerade wenn es darum geht, mit weniger Ballast und einer kleineren Wohnung zurechtzukommen oder offener gegenüber fremden Menschen und Neuem im allgemeinen zu sein. Ein bisschen Reisefieber und Fernweh schleicht sich beim Lesen natürlich auch ein, aber das ist auch mein einziger – nicht sehr ernst zu nehmender – Kritikpunkt. Ansonsten eine absolute Leseempfehlung! :sheep5:

Zum Glück steht schon die nächste Reise fest: 2014 sollen es 12 deutsche Städte werden, die Meike Winnemuth besuchen will. Ich freue mich schon auf hoffentlich viele Blogeinträge und ein weiteres Buch!

Heinrich Harrer – Sieben Jahre in Tibet

Verlag: Ullstein
Erschienen: 1952
Seiten: 464

Vor vielen Jahren habe ich die Verfilmung mit Brad Pitt in der Hauptrolle gesehen und als mir das Buch dann in die Hände fiel, wollte ich die Geschichte Heinrich Harrers von seiner Reise nach Tibet auch gerne selbst lesen. Als während einer Himalaya-Expedition, an der der österreichische Bergsteiger teilnimmt, der zweite Weltkrieg ausbricht, wird die Gruppe in ein Internierungslager in Indien gebracht. Nach einigen gescheiterten Ausbruchversuchen gelingt tatsächlich die Flucht und Harrer schlägt sich mit seinem Kollegen Peter Aufschnaiter nach Tibet durch.

Heinrich Harrer sagt zu Beginn des Buches selbst, dass es sich nicht um einen Roman handelt, der seine Erfahrungen in schöne Worte verpackt, sondern um einen Bericht. Und genau das muss man auch erwarten. Die Sprache ist nüchtern und geradlinig, nichts wird umschrieben oder ausgeschmückt, Harrer erzählt genau das, was passiert ist, ohne zu viele Worte zu verlieren.

Das ist zugleich Vor- und Nachteil des Buches. Einerseits erhält man Informationen aus erster Hand, Heinrich Harrer war wirklich selbst in Tibet und hat alles erlebt, was er in seinem Buch berichtet. Andererseits ist es teilweise ermüdend zu lesen, wenn ein Fluchtversuch dem nächsten folgt und dann endlos durch Tibet gewandert wird. Erst als Harrer und Aufschnaiter Lhasa erreichen, wurde es für mich wirklich interessant. Über die Kultur Tibets zu lesen, aus einer Zeit, in der es kaum Einflüsse von außen gab, fand ich sehr spannend. Doch auch hier gibt es Punkte, die lange ausgeführt werden und Details, die mich persönlich mehr interessiert hätten, die aber nur kurz angesprochen werden.

Zur reinen Unterhaltung ist dieses Buch also sicher nicht geeignet, man muss sich schon für Tibet interessieren, dann kann man über die langweiligeren Passagen hinwegsehen. Da ich mich teilweise schwer zum Weiterlesen motivieren konnte, gibt es nur :sheep3:

Tony Hawks – Mit dem Kühlschrank durch Irland

Inhalt: Tony wacht nach einer durchzechten Nacht auf und hat mit einem Freund gewettet, dass er in 4 Wochen mit einem Kühlschrank durch Irland trampt. Niemand erwartet, dass er das wirklich tut, aber Tony schmiedet Pläne und steht kurz darauf mit seinem Kühlschrank am Straßenrand. Ein Radiosender erfährt davon und unterstützt ihn und so sind der verrückte Engländer und sein Kühlschrank bald in ganz Irland berühmt.

Meine Meinung: Tony Hawks erzählt mit viel Humor seine Geschichte. Schon alleine die Idee selbst ist so verrückt, dass sie einfach immer wieder lustig ist. Tony stolpert mit seinem Kühlschrank in eine ganze Menge komischer Situationen und erntet so manchen komischen Blick. Doch er wird mit viel Humor und Gastfreundschaft überall aufgenommen und findet viele Freunde in ganz Irland. Manche Episoden sind kaum zu glauben (ein Kühlschrank auf einem Surfbrett?)! Eines kehrt allerdings immer wieder – Mr. Hawks geht, mit oder ohne Kühlschrank, in ein Pub und betrinkt sich. Das wird mit der Zeit etwas langweilig und ich hätte statt dessen gernen mehr über Land und Leute gelesen. Aber es ist nun mal eine wahre Geschichte und deshalb wird auch nur erzählt, was wirklich passiert ist.
Allgemein hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Man erhält ein sehr positives Bild von Irland und den Iren, die anscheinend ein sehr humorvolles und gastfreundliches Volk sind. Stellenweise wird es etwas langweilig, aber so insgesamt macht es Lust darauf, selbst nach Irland zu reisen und sich mit dem Kühlschrank an den Straßenrand zu stellen, oder etwas ähnlich verrücktes zu tun!

4 Sterne