Sophie Kinsella – Wedding Night

Verlag: Bantam Press
Erschienen: April 2013
Seiten: 400
ISBN: 978-0593070154
Auf Deutsch: Das Hochzeitsversprechen (erscheint 01/2014)

Lottie neigt nach jeder Trennung zu unüberlegten Handlungen. Die letzten Male hat sie sich ein Haus gekauft, sich tätowieren lassen oder ist einem Kult beigetreten. Nachdem der Antrag von Langzeitfreund Richard ausbleibt, trennt sie sich von ihm und heiratet überstürzt Jugendliebe Ben. Ihre Schwester Fliss will Lotties Leben wieder auf die rechte Bahn bringen und versucht die junge Ehe zu sabotieren. Hauptsächlich geht es ihr darum, Lottie und Ben daran zu hindern, die Ehe zu vollziehen, da nur dann eine Annullierung noch möglich ist.

Ich frage mich wirklich, wie man 400 Seiten darüber schreiben kann, dass Lottie gerne mit Ben Sex haben möchte, Fliss aber alles daran setzt, das zu verhindern? Es geht tatsächlich kaum um was anderes in “Wedding Night” als darum, ob Ben und Lottie schon “das Würstchen in den Cupcake gesteckt haben”, wie das mehrfach umschrieben wird. Manche Aktionen von Fliss bzw. ihrem Handlanger, der im Flitterwochen-Hotel als Butler arbeitet, sind zwar durchaus witzig, bei anderen ist mir das Lachen im Hals stecken geblieben.

Am Anfang fand ich Lotties Geschichte noch ganz amüsant und war genervt von denUnterbrechungen durch Kapitel aus Fliss’ Sicht, doch das schlug schon bald um. Das einzige, was ich an “Wedding Night” mochte, war Fliss’ Geschichte rund um ihre Scheidung, ihren niedlichen Sohn und der vorsichtigen Annäherung an einen neuen Mann. Ohne diese Passagen hätte ich das Buch vermutlich abgebrochen.

Auch Shopaholic Becky hat ihre peinlichen Momente und ist nicht immer ein großer Geistesblitz, doch so eine geballte Ladung Naivität und Dummheit wie bei Lottie, ist mir in der gesamten Shopaholic-Reihe nicht untergekommen. Man fragt sich tatsächlich, wie Lottie und ihre Schwester in anspruchsvollen Jobs gelandet sind, wenn sie sich in ihrem Privatleben derart dämlich anstellen. Die Figuren in “Wedding Night” hätte ich nicht selten gern geschüttelt um sie zur Vernunft zu bringen.

“Wedding Night” ist das schlechteste Buch, das ich von Sophie Kinsella bisher gelesen habe. Den ein oder anderen Lacher gab es zwar, aber im Großen und Ganzen war ich eher genervt als amüsiert. :sheep2:

Sophie Kinsella – Mini Shopaholic

Verlag: Random House
Erschienen: 2010
Seiten: 458

Im Vorgänger-Band war Becky schwanger und nun ist es da, das Shopaholic-Baby. Die kleine Minnie kommt ganz nach ihrer Mama und entwickelt schnell einen Blick für die tollsten Schnäppchen. Jetzt reizt Becky also nicht nur für sich selbst ihr Kreditkartenlimit bis zum Maximum aus, auch für die Zweijährige müssen Designer-Klamotten und die tollsten Spielsachen her. Doch in Zeiten der Wirtschaftskrise sitzt das Geld nicht mehr so locker, auch Beckys Kunden, die sie als persönliche Shopperin berät müssen zurückstecken. Zusätzlich hat die junge Familie noch immer kein geeignetes Haus gefunden und wohnt nach wie vor bei Beckys Eltern. Wie gewohnt meistert Becky charmant alle Schwierigkeiten und lässt dabei kein Fettnäpfchen aus.

Was soll man über das sechste Buch einer Reihe noch sagen? Wie auch schon die Vorgänger habe ich Beckys neueste Abenteuer gerne gelesen. Sophie Kinsella beschreibt das aufregende Leben der Shopping-Süchtigen und ihrer Familie und Freunde gewohnt unterhaltsam. Beckys Tochter Minnie empfand ich allerdings eher als störenden Faktor und nicht als Bereicherung für das Buch. Sie ist ein quengelndes Kind, das an der Kasse ausflippt, wenn es nicht bekommt, was es will und auch sonst die gesamte Familie terrorisiert – ein Kind, wie man es selbst nicht haben will.

Es ist zwar mit jedem neuen Roman eine Freude, Becky wieder für einige Zeit begleiten zu können, allerdings kennt man sie nach insgesamt 6 Büchern fast ein bisschen zu gut. Ihre Verhaltensmuster sind durchschaubar, man weiß meistens schon vorher, in welche peinliche Situation sie sich jetzt wieder bringt und kann sich auch denken, wie sie sich daraus zu retten hofft. Viel Neues gibt es also nicht zu entdecken, aber für ein paar unterhaltsame Stunden mit “alten Bekannten” ist das Buch schon gut. Eine Fortsetzung würde ich natürlich wieder lesen, auch wenn die ersten Teile der Reihe wesentlich besser waren. :sheep3:

Sophie Kinsella – Can you keep a Secret?

Verlag: Black Swan
Erschienen: 2003
Deutscher Titel: Sag’s nicht weiter, Liebling
Deutscher Verlag: Goldmann Verlag
Seiten: 363

Emma ist mit ihrem Leben nicht ganz zufrieden. Sie hat zwar einen lieben Freund und eine tolle Mitbewohnerin, doch beruflich könnte es besser laufen und ein wenig mehr Anerkennung von ihrer Familie wäre auch schön. Zu allem Überfluss sitzt sie auch noch in einem Flugzeug, das abzustürzen droht. In voller Überzeugung, dass ihre letzte Stunde geschlagen hat, erzählt sie ihrem Sitznachbarn all ihre Geheimnisse. Die Überraschung ist groß, als das Flugzeug ohne größere Probleme landet und sie diesen Fremden kurz darauf wieder trifft. Er ist der Chef ihrer Firma!

Gewohnt locker und leicht beschreibt Sophie Kinsella die Welt ihrer Heldin. Sie legt ihr zwar den ein oder anderen Stolperstein in den Weg, lässt sie aber auch alle Schwierigkeiten charmant und liebenswert meistern. Und auch wenn man sich schon bald denken kann, auf was es am Ende hinauslaufen wird, kann man Emma trotzdem mit viel Spaß auf ihrem Weg begleiten. Das ein oder andere Mal musste ich beim lesen sogar laut lachen, was mir sonst eher selten passiert.

Am Anfang fühlte ich mich allerdings stark an die Shopaholic-Reihe erinnert. Emma hat gewisse Züge von Becky, obwohl sie nicht ihr Konto überzieht und stattdessen lieber in andere peinliche Situationen gerät. Auch Emmas Wohnsituation in einer WG mit ihrer besten Freundin erinnert an Becky und Suze. In Emmas Fall musste ich mich aber zum Glück nicht so oft fremdschämen wie bei Becky. Auch allgemein fand ich sie sympathischer und ich konnte mich auch mehr mit ihr und ihren Problemen identifizieren. Geldprobleme dank übertriebenen Shoppingtouren sind mir eher fremd, Emmas alltäglichere Schwierigkeiten fand ich nachvollziehbarer.Trotzdem kann man gewisse charakterliche Ähnlichkeiten zwischen Emma und Becky nicht abstreiten.

Der Roman dreht sich um die Frage, wie wichtig Ehrlichkeit in einer Beziehung ist und ob der andere alles über einen wissen muss. Ich finde das ein sehr wichtiges Thema, mit dem ich mich dank der Lektüre auseinandergesetzt habe. Denn was hat man davon, wenn der Partner jahrelang glaubt, man würde gerne Jazz hören, wenn man dieser Musikrichtung in Wahrheit gar nichts abgewinnen kann. Andererseits kann es auch hilfreich sein, kleine Geheimnisse zu haben und dem Partner nicht jede Wahrheit auf die Nase zu binden. Da muss wohl jeder seine eigene Lösung finden.

Hier wurde die Thematik auf jeden Fall mit einer witzigen Hauptfigur sehr charmant umgesetzt. Wer gerne einen Roman von Sophie Kinsella lesen möchte, sich aber nicht übermäßig für Shoppen interessiert, kann hier getrost zugreifen. Ich wurde von Sophie Kinsellas Büchern noch nie enttäuscht und ziehe gerne eines aus dem Regal, wenn ich in Chick-Lit-Stimmung bin. :sheep4:

Sophie Kinsella – Shopaholic & Baby

Verlag: Black Swan
Erschienen: 2007
Seiten: 448
Deutscher Titel: Prada, Pumps und Babypuder
Deutscher Verlag: Goldmann Verlag
Übersetzung: Isabel Bogdan & Monika Scheele Knight

Im fünften Teil der Serie ist Becky nun also schwanger und shoppt nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihr Baby. Zusätzlich gibt es wie gewohnt zahlreiche – diesmal hauptsächlich hormongesteuerte – Probleme und einige peinliche Momente für Becky. Dass trotz ihrer Naivität und ihrem Egoismus am Ende wieder alles gut ist, kennt man ja schon aus den Vorgänger-Bänden.

Obwohl mich das Buch grundsätzlich wieder gut unterhalten hat und ich es fast am Stück durchgelesen habe, denke ich, dass es Zeit ist, mich von Becky zu verabschieden. Viele Dinge sind einfach zu vorhersehbar, wenn man alle Teile gelesen hat, da die Romane und damit Beckys Probleme immer nach dem gleichen Schema ablaufen. Becky entwickelt sich zwar minimal weiter und es kommen auch immer wieder neue Personen und Situationen dazu, grundsätzlich bleibt aber alles beim Alten.

Schade finde ich auch, dass das Shoppen gar keine große Rolle mehr spielt. Wenn ich daran denke, wie witzig ich es im ersten Teil fand, dass Becky ständig was kauft, obwohl sie schon ihr Konto überzogen und einen Schuldenberg angehäuft hat, dann fehlt mir hier was. Geldprobleme sind hier ja kaum noch vorhanden, da ihr Ehemann Millionär ist und trotz Kritik an Beckys Kaufverhalten alles bezahlt. Auch die Briefe, die zwischen den Kapiteln eingefügt werden, haben ihren Reiz verloren, ich habe sie diesmal nur noch überflogen.

Und wenn ich das Ganze realistisch sehe, kann ich mir nicht vorstellen, dass Becky mit ihrer ausgeprägten Ich-Bezogenheit wirklich eine gute Mutter wäre und sich um ein Kind kümmern kann. Deshalb will ich – glaube ich – gar nicht wissen, wie es im nächsten Teil weitergeht. Vermutlich werde ich meine Meinung aber nochmal ändern und auch “Mini Shopaholic” mit etwas zeitlichem Abstand lesen. :sheep3:

Sophie Kinsella – Vom Umtausch ausgeschlossen

Auch der vierte Besuch in Beckys total verrückter Shopping-Welt hat mir gut gefallen! Nachdem der dritte Band um Beckys Hochzeit nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat, hat mir “Vom Umtausch ausgeschloßen” wieder richtig viel Spaß gemacht.
Man erlebt eine ganze Menge Shopping-Räusche, typische peinliche Becky-Momente und den Auftritt einer Halbschwester, die ganz anders ist als Becky. Ich habe das Gefühl, dass Becky erwachsen wird und reifer. Sie ist nicht mehr ganz so oberflächlich und naiv, denkt manchmal über ihre Handlungen nach und sieht Fehler ein. Man merkt auch deutlich, dass nicht mehr so viel geshoppt wird, wie in den vorhergehenden Büchern, es treten auch mal andere Ereignisse in den Vordergrund. Gut fand ich, dass das Eheleben thematisiert wurde und auch Freundschaften und wie diese sich im Laufe der Zeit verändern können.

Ich lese nicht viel Chick-Lit, aber manchmal muss es zwischendurch einfach sein. Und dann weiß ich, dass ich mit Sophie Kinsella und vor allem den Shopaholic-Büchern nicht falsch liege. Hochgeistige Unterhaltung darf man natürlich nicht erwarten, aber dafür viel Spaß.
4 Sterne