Gail Carriger – Curtsies & Conspiracies

Verlag: Little, Brown Book Group
Erschienen: November 2013
Auf Deutsch: bisher keine Infos
Seiten: 310
ISBN: 978-1907411601

Sophronias zweites Halbjahr in Mademoiselle Geraldines Finishing School beginnt mindestens so spektakulär, wie das erste aufgehört hat. Nicht nur begibt sich das große Luftschiff, auf dem die Schule sich befindet, direkt nach London, wo Shoppingtouren und die Aussicht auf Bälle die Mädchen locken, es kommen auch noch Jungen aus einer anderen Schule an Bord. Die Aufregung ist natürlich groß, zumal hinter diesem Ausflug nach London natürlich viel mehr steckt, als man zu Beginn ahnt. Sophronia lässt sich von all dem Trubel aber nicht ablenken, behält immer ihre Ziele im Auge, intrigiert, plant und spioniert wie gewohnt.

Auch der zweite Teil von Gail Carrigers YA-Serie “Finishing School” hat mir sehr viel Spaß gemacht. Sophronia ist intelligent, aufmerksam und genau im richtigen Maß ungehorsam. Sie schleicht sich nachts aus ihrem Zimmer, belauscht ihre Lehrer und ist garantiert immer mitten im Geschehen, wenn etwas wichtiges passiert. Die kleine Erfinderin Vieve, Sophronias Zimmergenossin Dimity, das mechanische Haustier Bumbersnoot und alle anderen liebgewonnenen Figuren sind natürlich auch wieder mit dabei.

Geflirtet wird in diesem Teil nun endlich auch, es gibt sogar zwei junge Männer, die sich für Sophronia interessieren. Dabei ist der eine sicher die Wahl, die von ihr erwartet wird, der andere würde eher zu ihrer rebellischen Seite passen. Ob und wie sie sich entscheidet, erfahren wir sicher erst in einem der nächsten Bände, bis da hin habe ich aber auch so sehr viel Spaß an den kleinen Szenen, in denen es zwischen Sophronia und einem ihrer beiden Verehrer knistert.

Gail Carrigers Bücher sind sicher keine anspruchsvolle Literatur, ich mag ihre fantasievolle Sprache, die liebenswerten Figuren und das Steampunk Setting aber einfach und freue mich schon sehr auf ihr nächstes Buch. :sheep4:

Gail Carriger – Timeless (The Parasol Protectorate 5)

Verlag: Orbit
Erschienen: März 2012
Deutscher Titel: Sengendes Zwielicht
Erscheinungstermin der deutschen Ausgabe: 19.11.2012
Seiten: 416

Sie sind wieder da! Alexia und ihr Werwolf-Ehemann gehen in die fünfte Runde! Ganz neu dabei auch Baby Prudence, die natürlich ganz besondere Fähigkeiten hat und alles ganz schön aufmischt.

Ich wusste nicht, ob ich das Buch ganz schnell durchlesen soll, weil ich mich schon so lange darauf freue, oder ob ich es ganz langsam lesen soll, weil es der letzte Band der Reihe ist und es danach Abschied nehmen heißt, von all den liebgewonnenen Charakteren. Im Endeffekt gab es beim Lesen dann nicht mehr viel nachzudenken, ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen, wie auch schon die vier Vorgänger.

Obwohl man die meisten Figuren und die Welt nun schon kennt, hat es  Gail Carriger wieder geschafft, eine spannende Geschichte und jede Menge witziger Szenen in ein neues Setting (Ägypten) zu verpacken. Matakara, die Vampirkönigin aus Alexandria und gleichzeitig der älteste Vampir der Welt, lädt Alexia und Baby Prudence mit einigem Nachdruck zu sich ein. Und so gibt es wieder einmal eine Reise, auf der sie nicht nur Conall begleitet, sondern auch die Tunstells mit ihrer gesamten Schauspielertruppe.

Ob es nun gut oder schlecht ist, dass man am Ende über gewisse Dinge und Personen noch mehr wissen möchte, bleibt wohl Geschmackssache. Einerseits hätte ich mir in manchen Punkten noch die ein oder andere Information gewünscht, andererseits ist es ein großer Pluspunkt für die Autorin, dass ich am Ende der Reihe einfach mehr, mehr, mehr wollte und die liebgewonnenen Figuren nicht verlassen wollte, obwohl ihre Geschichte eigentlich zufriedenstellend abgeschlossen ist.

Ich bin nach wie vor ein großer Fan der Reihe und freue mich schon darauf, sie nochmal irgendwann am Stück durchzulesen. “Timeless” ist zwar nicht der stärkste Band der Reihe, aber doch sehr lesenswert und unterhaltsam. :sheep4:

Ganz besonders freue ich mich auch schon auf “Etiquette and Espionage”, den ersten Band von Gail Carriger’s neuer Reihe “Finishing School”, der im Februar 2013 erscheinen soll. Das Cover finde ich auch wieder sehr gelungen, fast schöner als die Cover der Parasol Protectorate Reihe:

Seid ihr auch schon so gespannt darauf und wie findet ihr das Cover?

Bernd Perplies – In den Abgrund (Magierdämmerung 3)

Verlag: Lyx
Erschienen: September 2011
Seiten 504

Lordmagier Wellington hat die Wahre Quelle der Magie unter seine Kontrolle gebracht und will nun die Weltherrschaft an sich reißen. Nur wenige Magier können ihn jetzt noch aufhalten und sind unterwegs, um das Schlimmste zu verhindern. Von allen Seiten nähern sich kleine Gruppen seiner Insel, die alle einen mehr oder weniger sicheren Plan haben.

Alle liebgewonnenen Figuren sind wieder dabei und auch so mancher, den man schon abgeschrieben hatte, ist noch für eine Überraschung gut. Leider kam sehr spät in der Geschichte noch ein neuer Handlungsstrang dazu, der zwar unterhaltsam zu lesen war, aber unnötig aufgebauscht wurde und am Ende einfach ohne Sinn und Zweck verpufft. Ansonsten fand ich es aber sehr spannend, dass aus allen Richtungen die vermeintliche Rettung naht und Wellington im Zentrum immer neue Grausamkeiten ausheckt und somit ein Wettkampf mit der Zeit entsteht.

Die Handlung steuert natürlich die ganze Zeit auf den großen Endkampf zwischen Gut und Böse zu, aber wie schon in den Vorgängerbänden nimmt Bernd Perplies sich oft Zeit für kleine Details, die den Charme des Buches ausmachen. Die Atmosphäre ist gewohnt dicht, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen will und schon mal vergisst, dass es diese Art der Magie in unserer Welt nicht gibt.

Mit dem Ende konnte ich für alle Figuren gut leben und bin auch sehr froh, dass Bernd Perplies uns einen allzu genauen Blick in die Zukunft à la “Sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage” erspart hat. So bleibt noch Platz für eigene Interpretationen und Gedanken. Da ich ausführlich beschriebene Kämpfe in Büchern nicht mag, hatte ich schon große Befürchtungen bezüglich des Endes, war dann aber eher positiv überrascht.

Insgesamt ist “In den Abgrund” für mich ein sehr passender Abschluss einer gelungenen Trilogie. Den ersten Teil fand ich grandios, den zweiten leider nur mittelmäßig und der dritte Teil hat mich mit der gesamten Trilogie wieder versöhnt. Somit möchte ich diesem Buch und auch der gesamten Magierdämmerung :sheep4: geben.

Gail Carriger – Changeless

Verlag: Orbit
Erschienen: 2010
Seiten: 400
Deutscher Titel: Brennende Finsternis
Deutscher Verlag: Blanvalet
Übersetzung: Anita Nirschl

Schon der Vorgänger Soulless (Glühende Dunkelheit) konnte mich begeistern und so war es keine Frage, dass ich die Reihe um Alexia Tarabotti (inzwischen Lady Maccon) weiterlesen wollte.

Obwohl einige Zeit seit der Lektüre von Soulless vergangen ist, war ich sofort wieder mitten drin in dieser Welt, in der Vampire und Werwölfe zum alltäglichen Leben gehören. Alexia ist inzwischen mit Lord Maccon verheiratet, wodurch sich wieder witzige Situationen zwischen den beiden ergeben, allerdings etwas anders geartet als noch im Vorgänger. Doch als der Werwolf-Ehemann eines morgens ohne Ankündigung verschwindet, findet Alexia das ganz und gar nicht witzig. Und sie wäre nicht Alexia, wenn sie nicht auf eigene Faust Nachforschungen anstellen würde.

Die Suche nach dem Auslöser für das eigenartige Phänomen, dass alle Vampire und Werwölfe in London auf einmal ihre übersinnlichen Kräfte verloren haben, fürt Lord Maccon und seine frischgebackene Ehefrau nach Schottland und ist somit auch eine Reise in die Vergangenheit des Werwolfs. Alexia reist zusammen mit ihrer besten Freundin die den schlechtesten Hutgeschmack in ganz London hat: Miss Hisselpenny. Glücklicherweise bekommt sie in diesem Teil etwas mehr Aufmerksamkeit und auch einen Verehrer. Mit von der Partie sind außerdem Alexias Schwester Felicity und eine neue Figur, die frischen Wind in die ganze Sache bringt, da man sie und ihre Motive noch nicht einschätzen kann: Madame Lefoux, eine französische Wissenschaftlerin.

Die Geschichte in diesem Band fand ich sehr viel spannender als in Soulless, da sie nicht so vorhersehbar und außerdem ausgeklügelter und durchdachter schien. Der Bösewicht ließ sich zwar wieder sehr schnell ausmachen, aber dank überraschender Wendungen und undurchschaubaren Intentionen der verschiedenen Personen war das Buch bis zum Ende spannend zu lesen.

Schottland ist wenigstens in einem Teil des Buches Schauplatz der Geschichte und die schottischen Werwölfe mit ihrem Akzent und Kilts sind genau so, wie man sich den Klischee-Schotten vorstellt. Das war für mich natürlich ein zusätzlicher Bonuspunkt, da ich meinem diesjährigen Urlaub meine Liebe zu Schottland wiederentdeckt habe. Außerdem gibt es einen Zeppelin, einen neuen Schirm für Alexia und viel Tee. Nur Lord Akeldama hat diesmal ein bisschen gefehlt, da er nur in wenigen Szenen auftaucht.

Insgesamt hat mir der zweite Teil der Reihe noch besser gefallen als der erste, weil man die Figuren noch besser kennenlernt und auch die Geschichte spannender war.  Auch das Ende habe ich nicht als so schlimmen Cliffhanger empfunden, so dass ich mir noch etwas Zeit lassen werde, bis ich den nächsten Teil lese, da ich noch länger Spaß mit dieser genialen Reihe haben möchte.

:sheep4:

Der drittte Teil der Reihe, Blameless, erscheint unter dem Titel Entflammte Nacht im September auf Deutsch und der vierte Teil, Heartless, ist gerade Anfang Juli auf Englisch erschienen.

Gail Carriger – Soulless

Verlag: Orbit
Erschienen: 2009
Seiten: 384

Alexia Tarabotti ist in vielerlei Hinsicht anders. Im Vergleich zu anderen jungen Damen der gehobenen Londoner Gesellschaft hat sie eine dunklere Hautfarbe, eine größere Nase und außerdem keine Seele. Auch für die anderen übernatürlichen Geschöpfe, die sich ins alltägliche Leben so normal wie möglich eingliedern, ist sie eine Außenseiterin, da sie die übersinnlichen Fähigkeiten von Vampiren und Werwölfen neutralisiert. Als sie auf einem Ball von einem Vampir angegriffen wird und diesen mit ihrem Sonnenschirm tötet, kommen die Ereignisse aber erst so richtig ins Rollen. Und eine Liebesgeschichte gibt es auch noch!

Dieses Buch ist wirklich erfrischend anders. Weder glitzern die Vampire, noch wird liebeskrank geschmachtet. Miss Tarabotti ist eine junge charakterstarke Frau, die die Dinge gern selbst in die Hand nimmt. Dass sich einige ihrer Aktionen für eine unverheiratete Dame nicht gehören, ignoriert sie meist gekonnt. Auch alle anderen Charaktere sind wunderbar skurril und einzigartig, sei es der schwule Vampir Lord Akeldama oder Miss Hisselpenny, Alexias beste Freundin, die einen unglaublich schlechten Geschmack bezüglich Kopfbedeckungen an den Tag legt.

Die Handlung ist im Gegensatz zu den liebevoll gestalteten Figuren dann eher dünn. Der Kriminalfall um verschwundene Vampire und Werwölfe ist nicht sonderlich spektakulär, viel mehr dreht sich das Buch um das Geplänkel zwischen Alexia und Lord Maccon. Das ist zwar auch über weite Strecken ganz witzig, zumal sich beide Parteien bewusst sind, dass sie ein Spiel spielen, manchmal hätte ich mir aber ein kleines bisschen mehr “echte” Handlung gewünscht.

Insgesamt fand ich Soulless sehr unterhaltsam zu lesen und freue mich auf die Folgebände. Für die vielen tollen Ideen, die liebevollen Details und viel erfrischend Neues im Bezug auf Vampire gibt es :sheep4:.